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Internationaler FotoWettbewerb 2009

Preisträger 2009

Wir haben die Reihenfolge der Preisträger am Programm der Preisverleihung ausgerichtet, siehe PDF in der Rubrik "Preisträger".

 

(Abspielen der Kurzfilme (mp4) mit Quick Time Playe, klicken Sie auf das entsprechende Bild)


Preisträger

Kategorie B - Amateurfotografen




Ulrich Wevers und Marius Lohmann, Deutschland

Aus der Serie "Sei stark“, Bild Nr. I
Ulrich Wevers studiert an der FH Münster die Fachrichtung Architektur, Marius Lohmann an der TU Ilmenau die Fachrichtung Angewandte Medienwissenschaften. Beide Fotografen haben mit ihrer Vorgehensweise eine ganze Schule motiviert und dazu gewonnen, an einem Foto-Projekt zur Gewaltprävention teilzunehmen und zugleich bei den Schülern einen Grundstein für die friedliche Austragung von Konflikten gelegt.




Kay Ludwig, Deutschland


Bild  "Meine Welt"
Das Bild zeigt Globalität, Natur und Leben und die Verletzlichkeit unserer Welt. Es weist auf unsere eigene Verantwortung und zugleich auf die Lösung hin, dass wir mit unserem eigenen Tun und Handeln
dargestellt durch die Hände – die Verantwortung tragen und unsere Welt schützen und  bewahren können.

 



Nicola Krabbe, Deutschland

Aus ihrer Serie das Bild Nr. 4, "Gewalt ist keine Lösung"
Wir sehen ein Kind, fasziniert vom Naturwunder Schmetterling, staunend und mit neugierigem Blick, die Welt zu entdecken. Es liegt in unserer Hand, ob aus dem Kind ein Forscher oder Straftäter wird.




Gerd Ziffus, Bulgarien

Bild  "Fear – Angst"
"Fear" ist ein Bild, das eine starke Emotion ausdrückt, aus der die Intensität des Gefühls, das das kleine Kind empfindet, ablesbar wird. Der Betrachter soll im Kontext 'Glückliche Familie' zum Nachdenken angeregt werden, wie er mit Familie und insbesondere mit Kindern umgeht und vermeiden hilft, dass Angst und Schrecken Kontraproduktives erzeugen.




Felix Krüger, Deutschland

Aus seiner Serie "Boxen statt Gewalt", Bild  Nr. I
Der Fotograf wählte für seine Arbeit die Darstellung einer sich gegen Gewalt bewährten Sportdisziplin aus, die Betroffenen hilft, von Gewalt zu Disziplin und gegenseitiger Achtung zu finden, er konnte zur Unterstützung seiner Arbeit die Mitglieder eines Box-Vereins gewinnen.




Stefanie Grewe, Deutschland


Aus ihrer Serie das Bild Nr. 1 "Zu spät"  und  das Bild Nr. 2 "Wo ist Anna"
So wenig sich ein Spiegel kitten lässt, so wenig kann ein Mensch schwere psychische Verletzungen
- Traumata - vergessen, diese lassen sich auch in der Psychotherapie lediglich umbewerten. Die Umsetzung des Themas „Trauma“ mittels Spiegel und zurückgelassenem Plüschtier weist deutlich und unmissverständlich auf die Folgen hin.




Christopher Caldwell, Deutschland

„Wege der Entscheidung“
ist ein gelungener Kurzfilm, der die schwierige Situation vieler Jugendlicher, mit Provokationen umzugehen, authentisch thematisiert. Im Leben wie im Konflikt spielen Entscheidungen und ihre Folgen die „entscheidende“ Rolle, das macht Entscheidungen „schicksalsträchtig“. An den Folgen wird deutlich, welche Bedeutung den richtigen Konfliktlösungen zukommt. Bei der Preisvergabe wurde berücksichtigt, dass der Film sehr gut gespielt und der Autor des Films noch sehr jung ist und es sich um Laiendarsteller handelt.


Preisträger

Kategorie C - Fotografen in Ausbildung




Andreas Voglstätter, Austria

Bild  "Touch - Berührung"
Als würde eine Hand einen Spiegel berühren, der keiner ist, als zöge der Fotograf im Spiel mit der Perspektive eine (unsichtbare) Grenze, die keine ist, als suchte er die Berührung, um respektvolle Distanz  vor dem Anderen abzustecken. Denn gegenseitiger Respekt und gegenseitige Achtung schützen vor gewalttätigen Übergriffen.
Das Bild zeigt Ästhetik und Harmonie im Spiel von Kontur, Perspektive, Distanz und Farbe.


Preisträger

Kategorie B - Amateurfotografen




Andreas Genschmar, Deutschland

Video-Kurzfilm   „Ghetto-Romantik“ 
Das Leitbild der US-Rap-Subkultur und die deutsche Adaption (Sido, Bushido, S§ock Music) wird in dem Videoclip „Ghetto-Romantik“ persifliert, verspottet. Der Bruch mit den - abgenutzten - Attitüden kommt z.B. in der Rolle von Don Quijote zum Ausdruck, der Kampf gegen die Gewalt scheint ein Kampf gegen Windmühlen zu sein. Der Kurzfilm ist eine interessante und gute Möglichkeit, Jugendlichen einen kritischen Blick und zugleich mit diesem Medium bestimmte Werte zu vermitteln. Dieser Kurzfilm ist ein überzeugender Beitrag, die Beeinflussung mit ständigen Gewaltdarstellungen durch Medien und andere vor Augen zu führen.


Preisträger

Kategorie D - Profi-Fotografen




Daniel Bracher, Schweiz

Aus seiner Serie „Hurt“, Bild Nr. 1
Gewalt und deren Prävention fängt in der Erziehung an. Das Bild ist ein Sinnbild für Verletzlichkeit. Gewalt, egal ob körperlicher oder seelischer Natur, hinterlässt prägende Spuren. In diesem Bild fällt der Umgang mit dem Licht auf, die Beschränkung auf Wesentliches und die ungeschönte Wiedergabe einer Realität.



Shan Yang, China

Aus ihrer Serie „Shield“, Bild Nr. 2 
Die Kinder, die in einer liebvollen und fürsorglichen Familie aufwachsen, sind meistens verständnisvoll und psychisch gesund. Dieses Bild zeigt nicht unmittelbar ‚Gewalt’, sondern es präsentiert das Thema aus einem liebevollen Blickwinkel. Der eingefangene glückliche Moment, das verschmitzte Lachen der Kleinen, die ausgedrückte Liebe und Fürsorge der Eltern sind ein guter Schutz vor Gewaltentwicklung und sollten jedem Kind zuteil werden können.



Bettina Hogendorf, Deutschland

Video-Kurzfilm „Recht auf Erziehung“
Der Kurzfilm „Recht auf Erziehung“ spricht ein besonders wichtiges Thema an, Mobbing in der Erziehung. Nichts recht machen zu können, den ganzen Tag Sticheleien ausgesetzt zu sein, demütigen ein Kind, verletzen und frustrieren es, es wird aggressiv. Das Kind erfährt kein psychisches Gleichgewicht und entbehrt wichtiger Elemente, die es jedoch für eine psychische Gesundheit braucht. Der Film soll alle Eltern wachrütteln, sich selbst zu beobachten und ihr eigenes Verhalten zu ändern. Die Arbeit macht unmissverständlich deutlich, wie sich eine falsche Erziehung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und auf ihren Umgang mit Mitmenschen - aggressiv und gewalttätig - auswirken kann.



Oxana Jad, Russland

Aus ihrer Serie “Ego”, Bild “Ego II”
In der philosophischen Umsetzung überzeugt die Fotografin mit dem Titel „Ego II“. Der abgebildete rothaarige Junge in monochromer Kleidung vor monochromer Naturlandschaft, die femininen langen Haare versus männlichem Kurzhaarschnitt, die Zwischenstufen, der Übergang zur Coolness. Unterschiede mittels Uniformierung ausgleichen und umkehren. Die Entwicklung aus Uniformität zur Individualität darstellen, das Ausleben individueller Bedürfnisse auf dem Boden der Gleichheit erkennen, Dualität zugleich als Einheit begreifen, Anerkennung und Toleranz von Individualität leben, Individualität als Anspruch und Gleichheit jedes Individuums sehen - schrittweise Entwicklung und Reife, um zu begreifen.



Wilfried Hinz, Schweiz

Aus seiner Serie Bild Nr. 3 „Hilfe“
Die dargestellte Szene findet in einem abgeschlossenen Raum statt und hat daher etwas Unheimliches. Hinter dem Schatten des Kindes ist noch ein weiterer Schatten zu erkennen, der von einem Erwachsenen stammen könnte. Es ist nicht klar, ob sich das Kind abstützt oder zu fliehen versucht. Das Kind ruft nach Hilfe. Es stellt sich die intuitive Frage, wird es misshandelt, missbraucht oder ist es ausgesperrt, aus der schützenden Gemeinschaft einer Familie ausgegrenzt? Die aufkommende Angst des Kindes setzt ein natürliches Verhalten frei, sich gegen die Situation zu wehren, auf sich aufmerksam zu machen, nach Hilfe zu rufen - ein gelungenes Bild, welches nachdenklich macht.



Benjamin Schulte-Frohlinde, Deutschland

Aus seiner Serie  das  Bild Nr. 1 "Aggressiv-Marketing"  und  das Bild Nr. 2  "Wanted"
Inzwischen bedient sich auch die Werbeindustrie der Aggression und der Gewalt-Darstellung und trägt damit tagtäglich nicht unerheblich zum Gewohnheitseffekt bei. Sie beeinflusst und prägt Kinder und Jugendliche – unsere heranwachsende Generation. Gewalt und Kriminalität sollten aus der Werbung verbannt werden. Das eigentliche Anliegen der Werbung ist es, Kunden zum Kauf zu bewegen. Eine dazu mobilisierende Werbung hängt jedoch nicht von Gewalt und Brutalität ab, sondern von Auffälligkeit. Auffälligkeit ist auch ohne Gewalt zu erreichen, aber dazu braucht es außergewöhnliche und mitreißende Ideen. In den Köpfen der Werbefachleute scheinen sich jedoch die Vorstellungen und Fantasien von Gewalt und Kriminalität virulent auszubreiten, es mangelt immer mehr an Herausragendem.




Sudipto DAS, Indien

Aus seiner Serie das Bild Nr. 2  'SIESTA'
Das Bild illustriert ein indisches Straßenkind mit einem Hund
und demonstriert das Elend, in dem die Straßenkinder in Indien aufwachsen - Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauch. Man kann die mächtige Gewalt der Armut förmlich spüren. Beide, Hund und Kind, sind Verbündete in einer ausweglosen Situation. Dennoch versuchen beide, sich auch beim Mittagsschlaf auf der Treppe zu respektieren. Straßenkind und Straßenhund als Schicksalsgemeinschaft,  gleichzeitig Ausdruck liebevoller Rücksichtnahme: Der Junge schläft äußerst unbequem, um auch dem Hund Schlaf zu ermöglichen - ein ganz starkes Bild, das viel mehr beinhaltet als nur formalästhetische Sentimentalität.




Anne Paq, Frankreich

Aus ihrer Serie das Bild Nr. 2  Going back from school”,
Krieg und kriegerische Auseinandersetzungen lösen Traumatisierung insbesondere bei Kindern und Jugendlichen aus, die sich in Folge als dramatische Begleiter des Lebens erweisen. Der Junge mit gesenktem Kopf, ohne Klassenkameraden, in öder Landschaft und mit Militärfahrzeug und Stacheldraht im Hintergrund, scheint allein zu sein. Die eingefangene Stimmung drückt sicher keine Lebensfreude aus und zeigt keine zum Spielen anregende fröhliche Umgebung, sondern ein bedrückt wirkendes Kind, das wohl die Angst als Begleiter kennt und vermutlich selbst Angriffe erlebte.

Aus ihrer Serie das Bild Nr. 5  “Father mourning the death of his 10 year-old son",
Die verhaltene Trauer des Vaters bewirkt, dass die auf den zweiten Blick erkennbare Dramatik den Betrachter berührt. Das Leid der Eltern, der frühe Tod von Kindern und Jugendlichen bringen besonders deutlich zum Ausdruck, dass Gewalt nicht zum Alltag gehören darf. 

Anne Paq erhält die Auszeichnung auch für ihren Mut, im Kriegsgebiet Nahost zu arbeiten und dafür, eine Aufgabe dieser internationalen Größenordnung zur Lebenszielsetzung gewählt zu haben.


Preisträger

Kategorie B - Amateurfotografen




Chris Brandl, Deutschland

Video-Kurzfilm  "rebel 1 – ihr"
Der Kurzfilm vermittelt die Botschaft : Gewalt ist das probate Mittel der Konfliktlösung. Das Sampling von Filmsequenzen aus dem Internet ist ein scharfer Angriff auf herrschende Verhältnisse. Politiker reden, geben Versprechungen ab, manipulieren mittels Sprache und Gestik, um ihre politischen Absichten verklausuliert unter das Volk zu bringen. Wie viel davon Wahrheit und wie viel Lüge ist, lässt sich vom Normalbürger nicht mehr nachvollziehen. Gleichzeitig gibt die gewohnte Haltung entsprechenden Industriezweigen die Bedeutung der Unverzichtbarkeit. 

Wir regen zu Bewusstwerdung, zu Umdenken und zur Weiterentwicklung an. Wie viel an mentaler Energie wird darauf verschwendet, Gerät für Zerstörung und Vernichtung zu entwickeln, anstatt unsere Welt, unsere Erde, unsere Gesellschaft und das Leben jedes einzelnen Menschen gerade vor dieser Zerstörung zu bewahren.

Ein Rap von Qualität, überzeugenden Wortkombinationen und Assoziationen führten zu einer Auszeichnung.


Unser Plädoyer

Wir fordern alle Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche auf, sich nicht gegenseitig zu schlagen, zu misshandeln, zu verletzen oder gar zu töten. Wandelt Eure Frustrationen, Euren Ärger und Zorn, Eure Aggressionen um in Musik, schreibt und textet, fertigt Fotos und Filme an. Nehmt am Wettbewerb teil und lasst Euch für Gewaltprävention auszeichnen. Hier bekommt Ihr die Gelegenheit, außergewöhnlich gute Fantasie, Intelligenz und Können zu beweisen und zu zeigen, was in Euch steckt.

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