Peking-Olympiasieger Alexander Grimm (Augsburg) gewann im Kajak-Einer der Herren auf einer anspruchsvollen Strecke, die Kajak-Bundestrainer Thomas Apel in den Kanal im Kanupark gehängt hatte, vor seinem Teamkollegen Sebastian Schubert (Hamm) und Antoine Launey aus Portugal. Mit Paul Böckelmann (Leipzig) auf Rang vier und Fabian Schweikert (Waldkirch) als Achter waren zwei weitere Deutsche im Finale vertreten. „Als Test war der Wettkampf sehr gut, ich hab’ das als Training für die Qualifikation gesehen“, sagte Alexander Grimm, „ich kann nächste Woche in Augsburg mit einem guten Gefühl starten, die Form passt. Das wird ein knallhartes Rennen um den einen Platz für Olympia. Ich war schon einmal dabei, weiß wie toll das ist, bei den Spielen ins Stadion einzulaufen. Der Ehrgeiz, dass noch einmal erleben zu können, ist schon da.“
Im Canadier-Einer der Herren sorgten die deutschen Herren für einen Vierfacherfolg, Schnellster im Finale war am Ende der Leipziger C2-Weltmeister Jan Benzien, der sich trotz einer Berührung vor Youngster Florian Breuer (Augsburg), seinem Zweierpartner Franz Anton und Nico Bettge (beide Leipzig) durchsetzte. „Die Welt sieht jetzt besser aus“, war Jan Benzien, der in den Tagen zuvor mit seiner Einer-Leistung gehadert hatte, über seinen Erfolg erleichtert. „Ich habe definitiv gezweifelt, letztes Jahr im Einer die WM-Quali nicht geschafft, in diesem Jahr bislang keinen komplett guten Lauf runterbekommen. Deswegen war das jetzt gut für den Kopf, die Quali wird der absolute Kampf.“
Auch im Canadier-Zweier lagen vier deutsche Boote an der Spitze, die Weltmeister Franz Anton/Jan Benzien hatten trotz einer Berührung am vorletzten Tor das bessere Ende für sich. Dahinter zeigten auch die Europameister Robert Behling/Thomas Becker (Schkopau) sowie Kai und Kevin Müller (Halle/S.), dass in den beiden kommenden Wochen mit ihnen zu rechnen ist. Das junge Leipziger Boot mit Niklas Hecht und Alexander Weber fuhr überraschend auf den vierten Platz, David Schröder/Nico Bettge (Leipzig) wurden Achte, Florian Beste/Sören Loos (Hilden) Zehnte. „Wir hatten eine sehr runde schöne Fahrt, haben aber gegenüber dem Halbfinale irgendwo noch eine Sekunde liegen lassen“, wunderte sich Franz Anton im Ziel. „Die Berührung war natürlich sinnlos, da haben wir wohl ein wenig geträumt. Aber letztlich ist es für die Generalprobe ein sehr schönes Gefühl.“
Im Kajak-Einer der Damen gewann Jasmin Schornberg (Hamm) die Konkurrenz mit deutlichen neun Sekunden Vorsprung auf Kristina Nevarilova (Slowakei), Natalia Pacierpnik aus Polen wurde Dritte. Cindy Pöschel (Leipzig) als Fünfte sowie Caroline Trompeter (Hanau) und Lisa Fritsche (Halle/S.) auf den Rängen neun und zehn steuerten weitere Finalplatzierungen bei. Qualifikationssiegerin Ricarda Funk (Bad Kreuznach) verzichtete heute zugunsten der Vorbereitung auf das kommende Wochenende auf einen Start. „Ich weiß, dass ich in einer guten Form bin“, kommentierte Jasmin Schornberg ihren Erfolg, „aber eine Olympiaquali hat andere Gesetze, da mischen auch noch einige andere mit. Schauen wir mal, ich bin auf jeden Fall zufrieden mit mir und hoffe, dass es gut weitergeht.“
Im in diesem Jahr noch nicht olympischen Canadier-Einer der Damen holte sich die Augsburgerin Birgit Ohmayer trotz fünf Berührungen den Sieg vor Lena Stöcklin (Leipzig) und der Slowakin Sona Stanowska. Mit Andrea Herzog (Leipzig) auf Rang vier und Kira Kubbe (Luhdorf-Roydorf) auf dem siebten Platz waren zwei weitere Deutsche im Finale vertreten. „Ich hatte eigentlich nicht die richtige Spannung vor dem Wettkampf heute, war nicht so richtig aufgeregt. Das war aber vielleicht sogar ganz gut, die Strecke war für uns C1-Damen wirklich extrem schwer. Besonders im unteren Teil hatte ich sehr viele Fehler, zum Glück hat’s noch gereicht. Ich hatte nicht so hohe Erwartungen an den Wettkampf, freue mich aber natürlich“, sagte die Siegerin.
Am kommenden Samstag beginnt in Augsburg die nationale Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. In zwei Rennen in der schwäbischen Kanu-Slalom-Hochburg und zwei weiteren eine Woche später wieder in Markkleeberg werden die vier Olympiastartplätze ausgefahren.
Fotos vom Finaltag
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Herren, Kajak-Einer: 1. Alexander Grimm
(GER/Augsburg) 97,96 (0), 2. Sebastian Schubert (GER/Hamm)
101,09 (2), 3. Antoine Launey (POR) 101,52 (0), 4. Paul
Böckelmann (GER/Leipzig) 105,11 (4), 5. Matus Hujsa (SVK)
105,67 (2), 6. Grzegorz Polaczyk (POL) 106,66 (2), … 8. Fabian
Schweikert (GER/Waldkirch) 113,96 (10), im Halbfinale
ausgeschieden: 29. Hannes Aigner (GER/Augsburg) 133,70 (14), in
der Qualifikation ausgeschieden: 41. Tim Maxeiner
(GER/Wiesbaden).
Canadier-Einer: 1. Jan Benzien (GER/Leipzig)
107,05 (2), 2. Florian Breuer (GER/Augsburg) 108,52 (0), 3.
Franz Anton (GER/Leipzig) 112,09 (4), 4. Nico Bettge
(GER/Leipzig) 112,92 (6), 5. Grzegorz Hedwig (POL) 114,36 (6),
6. Marko Mirgorodsky (SVK) 114,83 (4), … im Halbfinale
ausgeschieden: 20. Dennis Söter (GER/Augsburg) 130,43 (6), 22.
Florian Beste (GER/Hilden) 138,00 (8).
Canadier-Zweier: 1. Franz Anton/Jan Benzien
(GER/Leipzig) 113,49 (2), 2. Robert Behling/Thomas Becker
(GER/Schkopau) 114,96 (0), 3. Kai Müller/Kevin Müller
(GER/Halle/S.) 119,26 (6), 4. Niklas Hecht/Alexander Weber
(GER/Leipzig) 121,72 (4), 5. Jonas Kaspar/Marek Sindler (CZE)
125,06 (10), 6. Ondrej Karlovsky/Jakub Jane (CZE) 126,43 (8), …
8. David Schröder/Nico Bettge (GER/Leipzig) 203,12 (54), 10.
Florian Beste/Sören Loos (GER/Hilden) 239,20 (114).
Damen, Kajak-Einer: 1. Jasmin Schornberg
(GER/Hamm) 113,24 (0), 2. Kristina Nevarilova (SVK) 122,29 (2),
3. Natalia Pacierpnik (POL) 125,95 (6), 4. Eva Ornstova (CZE)
127,97 (8), 5. Cindy Pöschel (GER/Leipzig) 129,21 (8), 6.
Martina Wegman (NED) 131,95 (4), … 9. Caroline Trompeter
(GER/Hanau) 140,17 (8), 10. Lisa Fritsche (GER/Halle/S.) 169,89
(58), im Halbfinale ausgeschieden: 13. Fee Maxeiner (GER/Bad
Kreuznach)142,52 (8), Ricarda Funk (GER/Bad Kreuznach)
verzichtete auf den Start am heutigen Tag.
Canadier-Einer: 1. Birgit Ohmayer
(GER/Augsburg) 152,76 (10), 2. Lena Stöcklin (GER/Leipzig)
153,00 (6), 3. Sona Stanovska (SVK) 155,42 (16), 4. Andrea
Herzog (GER/Leipzig) 156,64 (14), 5. Simona Macekova (SVK)
173,32 (18), 6. Monika Skachova (SVK) 191,24 (16), 7. Kira
Kubbe (GER/Luhdorf-Roydorf) 195,65 (56), Elena Apel
(GER/Augsburg) verzichtete auf Finalstart.
