Sideris Tasiadis gewann am Nachmittag das Semifinale der Herren im Canadier-Einer und zog damit souverän in die Runde der besten Zehn ein. „Zwei Aufwärtstore waren heute noch nicht optimal, aber das waren wirklich kleine Dinge“, sagte der Olympiazweite, der damit morgen als letzter Starter des Finalfeldes auf den Kurs an der Moldau gehen wird. „Als Letzter hat man ein bisschen mehr Druck, weil jeder erwartet, dass man noch einen draufpackt. Aber ich hatte diese Situation nun schon ein paarmal, neu ist dagegen, dass der Wettkampf über drei Tage geht, schauen wir mal, was dabei rauskommt.“ Der Leipziger Franz Anton wurde im Halbfinale 14.. „Ich hatte schon auf's Finale gehofft. Ich hatte in der Mitte der Strecke einen Fehler, der sich noch auf die folgenden drei Tore ausgewirkt hat. Es war schon hart, ein schwerer Kurs“, mit diesem Urteil war der 23-Jährige nicht allein.
Es wurde auch vom Sieger des Kajak-Halbfinals geteilt. Hannes Aigner paddelte dort am Abend die schnellste Zeit. „Im oberen Teil hatte ich gar kein so gutes Gefühl, habe dann aber die Zwischenzeit gehört und bin dran geblieben. Die beiden letzten Aufwärtstore bin ich mit letzter Kraft gepaddelt, das war schon ein schwerer Kurs. Es ist für mich das erste WM-Finale, das war mein Ziel, alles was jetzt morgen noch kommt, ist Zugabe“, sagte der Dritte der Spiele von London. Die deutschen Farben vertritt im Finale auch Fabian Dörfler, der heute Achter wurde. „Ich hatte zwei größere Fehler in der oberen Hälfte, hatte aber die Zwischenzeit gehört, dass ich drei Sekunden hinten dran war. Ich wusste, dass das noch passt, hab mich wieder fokussiert und bin einen guten unteren Abschnitt gefahren“, freute sich der Weltmeister von 2005. Unglücklich ausgeschieden ist dagegen Sebastian Schubert (Hamm), der ebenfalls voll auf Finalkurs lag, dann aber das vorletzte Tor verpasste und letztlich 35. wurde.
Am Vormittag waren in den Qualifikationsläufen der Damen im Kajak-Einer sowie der Canadier-Zweier alle sechs deutschen Boote ins Halbfinale eingezogen. Die beste Platzierung gelang dabei Cindy Pöschel im Kajak-Einer der Damen. Sie wurde beim Tageserfolg der Britin Elizabeth Neave Fünfte. „Ich bin glücklich, ich hätte nicht gedacht im zweiten Lauf noch einmal schneller zu sein – das ist in der Quali immer schwierig, wenn der erste Durchgang schon ganz gut war“, freute sich die Leipzigerin. Die Augsburgerin Claudia Bär, heute Neunte, war vor allem froh, sich nach längerer Krankheit wieder zurückgekämpft zu haben: „Das war ein schöner Tag für mich.“ Auch Jasmin Schornberg (Hamm), die sich als 21. qualifizierte, war zufrieden: „Ich bin heute sehr sicher gepaddelt, habe noch nicht die ganz engen Wege gewählt.“
Auch im Canadier-Zweier zogen alle drei gestarteten DKV-Boote ins Semifinale ein. Die Olympia-Elften David Schröder/Frank Henze (Leipzig) paddelten auf den sechsten Platz und freuten sich über zwei gelungene Läufe. „Wir haben das so umgesetzt, wie wir es uns vor dem Rennen vorgenommen hatten – so, wie wir uns das gewünscht haben“, sagte David Schröder. Ihre Vereinskollegen Franz Anton/Jan Benzien fuhren als Zwölfte eine Runde weiter. „Das war ein solider Lauf ohne große Experimente um sicher zu gehen, das war schon gut“, war Franz Anton vor allem mit dem ersten Durchgang im Reinen. Auch Kai und Kevin Müller (Halle/S.) schafften als 20. gerade noch den Halbfinaleinzug. Schnellste auf dem Kanal an der Moldau waren die Tschechen Jaroslav Volf/Ondrej Stepanek.
Morgen steht zunächst noch das Halbfinale im Canadier-Einer der Damen auf dem Programm, wonach im Canadier-Einer der Damen und Herren sowie im Kajak-Einer der Herren um die Medaillen gepaddelt wird. In allen drei Kategorien stehen danach noch die Teamentscheidungen an.
Ergebnisse, Kanu-Slalom-WM in Prag, Zweiter Wettkampftag
Halbfinale
Herren, Kajak-Einer: 1. Hannes Aigner
(GER/Augsburg) 95,42 (0), 2. Mateusz Polaczyk (POL) 96,13 (0),
3. Samuel Hernanz (ESP) 96,78 (0), 4. Fabien Lefevre (USA)
96,85 (0), 5. Vavrinec Hradilek (CZE) 97,34 (0), 6. Joseph
Clarke (GBR) 97,64, … 8. Fabian Dörfler (GER/Augsburg) 98,13
(0), 35. Sebastian Schubert (GER/Hamm) 145,93 (50).
Canadier-Einer: 1. Sideris Tasiadis
(GER/Augsburg) 104,43 (0), 2. Denis Gargaud Chanut (FRA) 104,83
(2), 3. Stanislav Jezek (CZE) 105,49 (0), 4. Benjamin Savsek
(SLO) 105,79 (0), 5. Anze Bercic (SLO) 105,81 (0), 6. Ander
Elosegi (ESP) 105,91 (0), … 14. Franz Anton (GER/Leipzig)
110,35 (2).
Qualifikation
Damen, Kajak-Einer: 1. Elizabeth Neave
(GBR) 98,09 (0), 2. Emilie Fer (FRA) 100,01 (0), 3. Katerina
Kudejova (CZE) 100,24 (0), 4. Jana Dukatova (SVK) 101,42 (2),
5. Cindy Pöschel (GER/Leipzig) 101,95 (2), 6. Elena Kaliska
(SVK) 102,38 (0), … 9. Claudia Bär (GER/Augsburg) 102,55 (0),
21. Jasmin Schornberg (GER/Hamm) 105,23 (0).
Herren, Canadier-Zweier: 1. Jaroslav
Volf/Ondrej Stepanek (CZE) 102,37 (0), 2. Jonas Kaspar/Marek
Sindler (CZE) 102,94 (0), 3. Ladislav Skantar/Peter Skantar
(SVK) 103,44 (4), 4. Ondrej Karlovsky/Jakub Jane (CZE) 103,64
(0), 5. Gauthier Klauss/Mathieu Peche (FRA) 103,84 (2), 6.
David Schröder/Frank Henze (GER/Leipzig) 104,47 (0), … 12.
Franz Anton/Jan Benzien (GER/Leipzig) 106,42 (0), 20. Kai
Müller/Kevin Müller (GER/Halle) 109,47 (2).
