Zuvor hatten Mira Louen aus Hilden und die Leipzigerin Lena Stöcklin zwei weitere Einzelmedaillen für die deutschen Farben gewonnen. Sie holten in der noch jungen EM-Disziplin der Damen im Canadier-Einer Silber und Bronze hinter der Französin Caroline Loir. „Das Finale war einfach sensationell. Nach dem vergangenen Jahr dachte ich mir: So kannst Du einfach nicht aufhören. Es ist toll, so zurückzukommen“, freute sich Mira Louen, die sich bei der EM in Bratislava im vergangenen Jahr die Schulter ausgekugelt und den Rest der Saison verpasst hatte. Auch Lena Stöcklin strahlte über Bronze: „Ich hätte nie gedacht, Dritte zu werden, hätte mich auch über Platz fünf gefreut. Als ich im unteren Teil noch die Anfeuerungsrufe vom Ufer gehört habe, wusste ich, dass ich nicht so schlecht sein konnte.“
Im Finale der Herren in der gleichen Kategorie paddelten Sideris Tasiadis und Jan Benzien auf die Plätze sieben und acht. Den Titel sicherte sich Weltmeister Tony Estanguet aus Frankreich, der den Slowaken Alexander Slafkovsky und seinen Teamkollegen Denis Gargaud-Chanut distanzierte. „Ich hab meine Zeit aus dem Halbfinale in etwa bestätigt, auch wenn ich gehofft hatte, noch ein, zwei Sekunden schneller sein zu können. Aber ich bin zufrieden mit meiner Leistung“, sagte Sideris Tasiadis. Auch Jan Benzien erkannte die Leistung der Medaillengewinner an: „Ich bin schon nicht so schlecht gefahren, die anderen waren heute einfach besser, das war ein sehr enges Feld.“
Eine spannende Entscheidung gab es auch im Kajak-Einer der Herren, die am Ende den Italiener Daniele Molmenti vor dem Spanier Samuel Hernanz und dem jungen Tschechen Jiri Prskavec als strahlenden Sieger sah. Dem Augsburger Alexander Grimm, als Dritter des Halbfinals ins Finale gepaddelt, fehlten letztlich als Sechstem rund 1,3 Sekunden zu Bronze. „Schade, ich habe im oberen Teil der Strecke einen leichten Fehler gemacht. Das war ein hartes Rennen mit engen Abständen. Im Laufe der Saison will ich schon noch zeigen, dass ich es drauf hab. Die WM ist unser Höhepunkt in diesem Jahr und auf den werden wir uns nun vorbereiten“, sagte der Olympiasieger von Peking.
Ähnlich sah es Chef-Bundestrainer Michael Trummer zum EM-Abschluss: „Die EM war der Auftakt in unsere Saison und sollte uns auf dem Weg zum eigentlichen Saisonhöhepunkt zusätzliche Motivation bringen. Wir waren erstmals wieder in allen Kategorien chancenreich vertreten und haben uns teuer verkauft. Gold bei den Damen im Kajak-Einer war ein ganz besonderer Erfolg an diesem Wochenende. Respekt auch für die Leistung, die die Damen im C1 gezeigt haben. Unsere Mannschaftsmedaillen unterstreichen, dass das ganze Team in der Lage ist, Weltspitzenleistungen anzubieten.“
Kanu-Slalom, Europameisterschaften in La Seu
d'Urgell (Spanien), Ergebnisse des letzten Wettkampftags am
Sonntag
Herren,Kajak-Einer: 1. Daniele Molmenti (ITA)
93,93 (0), 2. Samuel Hernanz (ESP) 94,83 (0), 3. Jiri Prskavec
(CZE) 95,41 (0), 4. Dariusz Popiela (POL) 96,35 (0), 5. Richard
Hounslow (GBR) 96,37 (0), 6. Alexander Grimm (GER/Augsburg)
96,65 (0) … im Halbfinale ausgeschieden: 15. Hannes Aigner
(GER/Augsburg) 101,34 (4). in der Qualifikation ausgeschieden:
22. Sebastian Schubert (GER/Hamm).
Team-Wettbewerb, 3x K1: 1. Slowenien 106,15
(0), 2. Polen 106,53 (0), 3. Frankreich 106,79 (0), 4. Italien
108,32 (0), 5. Tschechische Republik 108,69 (2), 6.
Großbritannien 110,29 (0), … im Halbfinale ausgeschieden: 9.
Deutschland.
Canadier-Einer: 1. Tony Estanguet (FRA) 99,48
(0), 2. Alexander Slafkovsky (SVK) 100,00 (0), 3. Denis
Gargaud-Chanut (FRA) 100,14 (0), 4. Ander Elosegi (ESP) 101,13
(0), 5. Nicholas Peschier (FRA) 101,29 (0), 6. Stanislav Jezek
(CZE) 101,91 (0), 7. Sideris Tasiadis (GER/Augsburg) 101,92
(0), 8. Jan Benzien (GER/Leipzig) 103,52 (0), … in der
Qualifikation ausgeschieden: 21. Nico Bettge
(GER/Magdeburg).
Team-Wettbewerb, 3x C1: 1. Frankreich 110,28
(0), 2. Deutschland 112,30 (0), 3. Tschechische Republik 113,79
(0), 4. Slowakei 114,60 (0), 5. Spanien 115,87 (0).
Damen, Canadier-Einer: 1. Caroline Loir (FRA)
127,65 (2), 2. Mira Louen (GER/Hilden) 127,98 (0), 3. Lena
Stöcklin (GER/Leipzig) 132,67 (2), 4. Katarina Macova (SVK)
135,03 (6), 5. Nuria Vilarrubla (ESP) 135,94 (0), 6. Katerina
Hoskova (CZE) 136,85 (4).
Website des DKV-Slalomteams
www.teamkanuslalom.de
