Der seit 1963 in der Havelstadt ansässige und mit seinen Kanu-Rennsportlern bereits dem Vorgängerverein des OSC, dem ASK Vorwärts Potsdam, zugehörige jetzige Kanu-Club Potsdam setzte als eine der derzeit acht Abteilungen des OSC auch nach dessen Gründung im September 1990 seine bis dato erfolgreiche Entwicklung fort. Das war unmittelbar nach der politischen Wende keine einfache Sache. OSC-Präsident Rainer Speer wies in seiner Begrüßungsrede darauf hin: „1990 stand die Frage, wie geht es weiter mit dem Leistungssport? Mit der Namensgebung ‚Olympischer Sportclub’ wurde bereits die Zielrichtung vorgegeben“. Noch im Herbst 1991 beschrieb Jens Trommer in der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ unter dem Titel „Nachwuchs-Kanuten paddeln um Existenz“ die Situation bei den Kanuten, in der die Trainer um ihren Job bangten und die Spitzenathleten reihenweise den Potsdamer Traditionsverein verließen. Im gleichen Artikel kommt der damalige Abteilungschef der Kanuten, Manfred Schubert zu Wort: “Es wird zwar viel über Olympia gesprochen, für die Sportler aber kaum etwas getan“. Aber nichts desto trotz steckten Manfred Schubert und der Nachwuchstrainer Ralph Welke in den ersten Jahren nach Gründung des OSC viel Kraft und Zeit in das Vorhaben, um die Kanuabteilung wieder auf Kurs zu bringen.
Unter der Schlagzeile „Potsdam hat wieder eine Kanu-Streitmacht“ verwiesen die „Potsdamer Neueste Nachrichten“ am 29.02.1992 im Zusammenhang mit der Fusion der Kanuabteilung des OSC und der Kanuten der SG Geltow zum Kanu-Club Potsdam im OSC und dem möglichen Comeback von Birgit Schmidt darauf, dass die Kanusportler des OSC dabei waren, wieder eine „starke Flottille“ zu bilden. Wenn Rainer Speer in seinem Rückblick auf die 20-jährige Geschichte des OSC Potsdam mit Verweis auf die beachtliche Medaillenbilanz der Kanuten bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften darlegte „Unser (des OSC) Flaggschiff ist der Kanusport“, dann ist das auch darauf zurückzuführen, dass bereits ab 1991 in harter Arbeit dafür die Grundlagen geschaffen wurden. Der bei den ersten gemeinsamen Deutschen Meisterschaften 1991 in Hamburg errungene zweite Platz in der Mannschaftswertung war der beste Beweis dafür. In Anerkennung seiner Verdienste und seines unermüdlichen Wirkens im Interesse des Erhalts und der Weiterentwicklung des Potsdamer Kanusports erhielt Manfred Schubert auf der Festveranstaltung vom OSC-Präsidenten ein Ehrengeschenk überreicht.
Die von den Festrednern getroffenen Feststellungen: „Die Veranstaltungen und Wettkämpfe in der Stadt prägen das sportliche Bild Potsdams“ und „Der Sport ist auch für die Stadt ein Wirtschaftsfaktor“ (Rainer Speer) sowie „Die Stadt Potsdam hat mit dem OSC einen ausgezeichneten Botschafter“ (Jann Jakobs) bezogen sich auf die Aktivitäten aller acht Abteilungen des OSC. Dennoch nehmen dabei die auf Initiative von Jürgen Eschert ins Leben gerufenen und zu publikumswirksamen Veranstaltungen entwickelten Wasserspiele hinter dem art’otel und der Kanalsprint in der Innenstadt einen besonderen Platz ein.
Ministerpräsident Platzeck begründete die Erfolgsbilanz des OSC Potsdam mit drei stabilen Säulen:
1. Verrückte (ehrenamtlich Tätige), die die Basis
bilden,.
2. ein Gerüst von Unterstützern und Sponsoren,
3. Athleten, die mit Freude und Engagement ihren Sport
ausüben.“
Genau diese Feststellungen, wie auch die Aussage von Jann Jakobs: „Der Medaillenkampf auf hohem Niveau ist das Resultat jahrelanger harter Arbeit der Trainer und Sportler in intakten Sportanlagen“, kennzeichnen den erfolgreichen Entwicklungsweg des Kanu-Clubs im OSC, der ab Mitte der 90.er Jahre durch Jürgen Eschert aktiv mit gestaltet wurde. Ab 1995 für fünf Jahre selbst Vorsitzender des KC Potsdam, gründete er zusammen mit Jürgen Linde den Förderkreis für den Rennsport des KCP, der im Februar 2001 in den Förderverein umgewandelt wurde und seitdem die von Platzeck benannte solide zweite Säule darstellt.
Voll zutreffend wie für alle anderen Abteilungen des OSC war die von allen Festrednern gewürdigte fachlich qualifizierte Arbeit des Trainerkollektivs sowie das hoch gelobte Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Funktionäre, Helfer und der Unterstützer des Sports ein wesentlicher Garant für den Erfolgsweg des Kanu-Clubs.
Von Günter Welke