Auf der im Vergleich zur Qualifikation deutlich schwieriger ausgehangenen Slalomstrecke verlor der Augsburger Fabian Dörfler bereits bis zum vierten Tor 1,5 Sekunden auf die besten Zwischenzeiten der Konkurrenz. „Erst danach habe ich so richtig ins Rennen gefunden und konnte im unteren Teil der Strecke Zeit aufholen. Zum Glück bin ich fehlerfrei geblieben. Das ist das Wichtigste bei diesen knappen Rennentscheidungen“, sagte der Augsburger nach dem Rennen. Mit einem Ergebnis ohne Strafsekunden gewann der Franzose Etienne Daille die Kajak-Konkurrenz und sorgte hinter den Kulissen der Wettkampfstrecke für viel Aufregung. „Im Videobild war für jeden erkennbar, dass der Franzose eine Torstabberührung hatte. Die Kampfrichter hier in Seu d`Urgell waren am heutigen Tag richtig schlecht und die unklaren Entscheidungen der von der ICF eingesetzten Videojudges machten alles nur noch komplizierter“ zeigte sich Kajak-Bundestrainer Thomas Apel genervt und verließ als Mannschaftsleiter kopfschüttelnd das Gelände in der Hoffnung, dass gerade bei den Olympischen Spielen ein solches Chaos durch ein geordnetes und für alle transparentes System der Bewertung abgelöst wird. „Während der drei Weltcups haben wir ständig andere Entscheidungen erlebt. In den meisten Fällen wurde gegen die Sportler gewertet und Korrekturen aus Sicht der Mannschaftsleiter wurden oft abgewiegelt. Das funktioniert gar nicht“, unterstrich Thomas Apel. Fabian Dörfler indes blieb während der Siegerehrung gelassen und gratulierte dem Franzosen, obwohl eigentlich er selber auf der obersten Stufe hätte stehen können. „Der Sportler kann ja nichts dafür, wenn die Kampfrichter und die Jury einen schlechten Job machen. Aber ich selber bin trotzdem auch ziemlich genervt von diesem Chaos. Du bist voll abhängig von der Willkür anderer Personen. Deine eigene sportliche Leistung wird gar nicht mehr richtig anerkannt und mit so einem komischen Beigeschmack kann man sich dann auch nicht mehr so richtig über Silber freuen.“ In der umstrittenen Kajak-Entscheidung der Herren kam zudem Paul Böckelmann auf Platz fünf.
Im Rennen der Canadier-Einer der Herren paddelte Jan Benzien auf den achten Platz. Dabei trennten ihn vom Sieger des Rennens, dem Spanier Jordi Domejo, gerade mal drei Sekunden. Nico Bettge beendete seinen Finallauf beim dritten Weltcupstart der Saison als Zehnter. Mit vier Torstabberührungen und den damit fälligen 8 Strafsekunden hatte er keine Chance auf eine vordere Platzierung.
Erstmals beim Weltcup in dieser Saison für das deutsche Team am Start waren im Canadier-Einer der Damen Lena Stöcklin und Sabrina Barm. Nachdem Lena Stöcklin, die an gleicher Stelle bei der EM 2011 Bronze geholt hatte, in den Qualifikationsläufen gar nicht mit der Strecke zurechtkam, steigerte sie sich danach im Halbfinale und Finale. Am Ende erreichte sie einen guten fünften Platz. Sabrina Barm schied im Halbfinale knapp als Zwölfte aus.
Mit den Entscheidungen in den Halbfinal- und Finalläufen der Kajak-Einer-Damen und Canadier-Zweier-Herren wird der Weltcup am morgigen Sonntag fortgesetzt.
Alle Ergebnisse auch live unter: www.123result.com
