In der anderen Entscheidung des Tages im Kajak-Einer der Herren konnten die DKV-Athleten nicht in die Vergabe der Medaillen eingreifen. Alexander Grimm fehlten im Halbfinale 51 Hundertstel Sekunden zum Finaleinzug und wurde 13., Sebastian Schubert handelte sich nach einem Fahrfehler 50 Strafsekunden ein und beendete die Europameisterschaft auf dem 20. Platz.
„Bis zum letzten Abschnitt war ich eigentlich vorn mit dabei, dann habe ich mich körperlich kaputt gefühlt und auch etwas die Linie verloren“, sagte Alexander Grimm. „Im unteren Teil waren zwei, drei Schnitzer, die nicht hätten sein dürfen. Am letzten Aufwärtstor habe ich das Finale verschenkt“, so der 22-jährige Olympiasieger.
DKV-Kanu-Slalom-Cheftrainer Michael Trummer zeigte sich zum Abschluss der Wettkämpfe zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Nottingham: „Unsere Sportler haben sich bei der EM gut verkauft. Alex Grimm scheitert als Olympiasieger auf einem sehr schwierig ausgehangenen Parcours im Water Sports Center von Nottingham an der Finalteilnahme nur um winzige 51 Hundertstel Sekunden. Bronze im C1 für Jan Benzien, eine weitere Silber- und zwei Bronzemedaillen nach ähnlich knappen Entscheidungen in den Mannschaftsrennen sind keine so schlechte Bilanz für den Beginn eines neuen Olympiazyklus'.“
Im Jahr nach Olympia hätten viele der Sportler mehr Augenmerk auf ihre Ausbildung gelegt. „Alle saßen während der Saisonvorbereitung mehr in der Uni als im Boot. Unter diesen Bedingungen kann man keine europäischen Spitzenleistungen erzielen. Zumal hier fast die gesamte Weltspitze am Start ist. Wer in Europa in die Medaillen fährt, ist auch Spitzenfahrer im Weltmaßstab“, sagte Trummer.
Jahreshöhepunkt der Saison 2009 wird die Weltmeisterschaft im September im spanischen La Seu d’Urgell sein. „Bis dahin werden wir intensiv trainieren. Bei den Weltcuprennen sollen die Jungen weiter Erfahrungen sammeln. Mit den beiden hier viertplatzierten Sideris Tasiadis und Melanie Pfeifer haben wir Talente, die jetzt weiter gefördert werden müssen. In den kommenden Jahren werden dann auch unsere Spitzenfahrer über entsprechende Förderbedingungen verfügen und sich gezielt im Training vorbereiten“, ist der DKV-Chefcoach überzeugt.
Kanu-Slalom, Europameisterschaften in Nottingham (GBR), vierter und letzter Tag, Finale:
Einzel, Herren, C1: 1. Michal Martikan (SVK) 95,66 (0), 2. Alexander Slafkovsky (SVK) 96,26 (0), 3. Jan Benzien (GER/Leipzig) 97,51 (0), 4. Sideris Tasiadis (GER/Augsburg) 97,62 (0), 5. David Florence (GBR) 98,02 (0), 6. Matej Benus (SVK) 100,00 (0).
K1: 1. Daniele Molmenti (ITA) 92,49 (0), 2. Boris Neveu (FRA) 92,93 (0), 3. Julien Billaut (FRA) 93,43 (0), 4. Campbell Walsh (GBR) 96,13 (0), 5. Dariusz Popiela (POL) 96,34 (0), 6. Vavrinec Hradilek (CZE) 96,38 (0), … im Halbfinale ausgeschieden: 13. Alexander Grimm (GER/Augsburg) 96,81 (0), 20. Sebastian Schubert (GER/Hamm) 149,06 (52).
Text und Foto: Jochen A. Meyer
