Im Canadier-Einer der Herren verhinderte eine Torstabberührung für Sideris Tasiadis (Augsburg) eine Medaille zum Weltcupauftakt, der 25-Jährige fuhr auf den undankbaren vierten Rang. „Ich hab die Berührung nicht gespürt, aber ich bin ansonsten sehr zufrieden, die Konstanz ist da und auch die Schnelligkeit. Das will ich jetzt beibehalten, so kann ich bei der WM auf jeden Fall vorn mitfahren“, sagte Sideris Tasiadis, der im Ziel völlig fertig war: „Das Laktat war irgendwo in den Wolken oben. In Prag ist das Wasser sehr flach, da muss man sehr viel dafür tun, dass das Boot schnell genug ist.“ Den Tagessieg holte sich Lokalmatador Stanislav Jezek vor dem Slowenen Benjamin Savsek und David Florence (Großbritannien). Der Leipziger WM-Dritte Franz Anton paddelte im Finale auf Platz neun und ärgerte sich: „Ich schaffe es gerade nicht, das Risiko zu fahren, was man im Finale fahren müsste. Das war einfach zu brav.“ Nico Bettge (Leipzig) war zuvor im Halbfinale als 17. ausgeschieden.
Im Canadier-Einer der Damen gelang Lena Stöcklin (Leipzig) als Sechste wieder einmal eine Finalplatzierung. „Darüber habe ich mich riesig gefreut, gerade nach der schlecht gelaufenen EM. Aber wenn man im Finale steht, hofft man natürlich auch auf eine Medaille und dafür war mein Lauf gerade im oberen Teil der Strecke nicht gut genug. Deswegen bin ich schon enttäuscht“, merkte die mit 25 Jahren Erfahrenste der deutschen Canadier-Damen selbstkritisch an, „aber das war jetzt ja erst der erste Weltcup, für den Anfang ist das nicht so schlecht.“ Ihre beiden Vereinskolleginnen verpassten den Finaleinzug. Karolin Wagner fuhr im Halbfinale auf Rang 14, Rebekka Jüttner erwischte gestern in der Qualifikation keinen guten Tag und schied als 27. aus. Den Weltcupauftakt gewann Katerina Hoskova (Tschechische Republik) vor Jessica Fox (Australien) und der Brasilianerin Ana Satila.
Ohne deutsche Beteiligung ging das Kajak-Finale der Herren über die Bühne. Auch hier nutzten die Gastgeber durch Jiri Prskavec, der sich vor Europameister Boris Neveu (Frankreich) und seinem Teamkollegen Ondrej Tunka Gold holte, ihren Heimvorteil. Den deutschen Herren unterliefen im Semifinale jeweils gravierende Fehler, so gelang Team-Rückkehrer Tim Maxeiner (Wiesbaden) als 24. noch die beste Platzierung. Hannes Aigner (Augsburg) sortierte sich als 25. direkt dahinter ein, Sebastian Schubert (Hamm) wurde 35.. Für Alexander Grimm (Augsburg/43.) war bereits in der gestrigen Qualifikation Endstation.
Zum Abschluss gelangen den beiden Canadier-Teams noch zwei Podestplatzierungen in den Mannschaftswettbewerben. Die Herren im Canadier-Einer paddelten in der Besetzung Sideris Tasiadis, Franz Anton und Nico Bettge auf den dritten Platz hinter den Vertretungen der Tschechischen Republik und Großbritanniens. Die Damen der gleichen Kategorie mussten sich lediglich den Gastgeberinnen geschlagen geben. Karolin Wagner, Lena Stöcklin und Rebekka Jüttner wurden vor Österreich Zweite. Die deutschen Herren im Kajak-Einer beendeten einen gebrauchten Tag auf dem 15. Platz, der Sieg in der Kajak-Mannschaft ging an Polen.
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Ergebnisse, Weltcup 1/5 in Prag (CZE), Finale
Herren, Kajak-Einer: 1. Jiri Prskavec (CZE)
88,74 (2), 2. Boris Neveu (FRA) 89,29 (2), 3. Ondrej Tunka
(CZE) 90,66 (4), 4. Mateusz Polaczyk (POL) 90,93 (2), 5.
Vavrinec Hradilek (CZE) 93,75 (6), 6. Dariusz Popiela (POL)
93,80 (4), … im Halbfinale ausgeschieden: 24. Tim Maxeiner
(GER/Wiesbaden) 93,16 (0), 25. Hannes Aigner (GER/Augsburg)
93,70 (4), 35. Sebastian Schubert (GER/Hamm) 99,85 (4), in der
Qualifikation ausgeschieden: 43. Alexander Grimm (GER/Augsburg)
. Team-Wettbewerb: 1. Polen 99,04 (0), 2.
Tschechische Republik 99,38 (2), 3. Slowenien 102,93 (2), … 15.
Deutschland (Aigner, Grimm, Schubert) 169,42 (58).
Canadier-Einer: 1. Stanislav Jezek (CZE)
90,68 (0), 2. Benjamin Savsek (SLO) 91,25 (0), 3. David
Florence (GBR) 92,33 (0), 4. Sideris Tasiadis (GER/Augsburg)
93,23 (2), 5. Matej Benus (SVK) 94,15 (2), 6. Alexander
Slafkovsky (SVK) 94,52 (2), … 9. Franz Anton (GER/Leipzig)
96,67 (2), im Halbfinale ausgeschieden: 17. Nico Bettge
(GER/Leipzig) 97,90 (0). Team-Wettbewerb: 1.
Tschechische Republik 108,38 (4), 2. Großbritannien 108,59 (4),
3. Deutschland (Tasiadis, Anton, Bettge) 110,09 (4).
Damen, Canadier-Einer: 1. Katerina Hoskova
(CZE) 112,43 (0), 2. Jessica Fox (AUS) 113,35 (0), 3. Ana
Satila (BRA) 116,82 (2), 4. Nadine Weratschnig (AUT) 117,77
(4), 5. Julia Schmid (AUT) 121,18 (6), 6. Lena Stöcklin
(GER/Leipzig) 123,81 (2), … im Halbfinale ausgeschieden: 14.
Karolin Wagner (GER/Leipzig) 135,49 (6), in der Qualifikation
ausgeschieden: 27. Rebekka Jüttner (GER/Leipzig).
Team-Wettbewerb: 1. Tschechische Republik
141,32 (2), 2. Deutschland (Wagner, Stöcklin, Jüttner) 154,49
(8), 3. Österreich 154,97 (12).
