Nicht die Uhr entscheidet, wer eine Runde weiterkommt, sondern wer als erster über die Ziellinie fährt. Von der Qualifikation über das Achtel-, Viertel-, Halbfinale bis in den Endlauf, ohne Wenn und Aber. Die Paddler arbeiten mit fast allen Mitteln, die erlaubt sind, außer Paddelwegnehmen oder mit den Händen absichtlich den Gegner kentern oder wegschieben. Sonst droht die Disqualifikation.
Beim Slalom-Cross haben die Kanuten ihren Spaß, eine
Riesengaudi auch für die Zuschauer. Denn während es beim
„echten“ Kanu-Slalom auf Zeit und Geschicklichkeit ohne
Torberührung ankommt, gelten beim Cross gerade diese Vorgaben
und Regeln nicht. Vier Fahrer, die sich am Tor drängeln, den
besten Weg durch die Strömung suchen und den Gegner dabei gerne
mal mit dem eigenen Boot aus der Bahn werfen. Doch so ganz ohne
Technik kommt auch der Slalom-Cross nicht aus. Eine freiwillige
Kenterrolle in einem vorgeschriebenen Abschnitt gehört genauso
dazu wie der anfängliche Sprint, um sich in eine gute Position
zu bringen, wenn es das erste Wehr runtergeht und die Tore auf-
oder abwärts befahren werden müssen. Also nichts für Anfänger
und schon gar nichts für schwache Nerven.
40 Starter
Der SKC Saarbrücker Kanu-Club hat am Vortag
der Saarlandmeisterschaft im Kanuslalom erstmalig so einen
Crosslauf am Saarwehr in Grosbliederstroff organisiert. 40
Fahrer aus dem Südwesten, aus Lothringen und Luxemburg haben
sich getraut, gegeneinander anzutreten.
Gestartet wurde auf deutscher Seite in Kleinblittersdorf,
gefightet auf französischer Seite in Grosbliederstroff. Der
Dauerregen vom Vortag hatte schon für ordentlich Zuschusswasser
gesorgt. Damit noch mehr Wildwasserfeeling entstand, öffnete
der französische Partnerverein Val de Sarre das Schütz am Wehr
um gut 20 Zentimeter. Eine starke Querströmung mit
Schiebewasser sorgte bereits zu Beginn für die eine oder andere
unfreiwillige Kenterung. Sechs Tore, die gegenüber den
Slalomwettbewerben doppelt so groß sind, mussten durchfahren
wer-den. Wer nicht die richtige Linie in der Strömung traf, dem
ging nach zwei oder drei Versuchen einfach die Puste aus, zu
stark war die Strömung, um dagegen anzukämpfen. Zwischen Tor 3
und 4 noch schnell die Eskimorolle dann mit einem kurzen Spurt
ins Ziel.
Man hatte den Eindruck, dass die Slalomfahrer, die wöchentlich auf der Strecke üben, irgendwie besser klarkamen als die gemeldeten Wildwasserfahrer. Das zeigten letztlich auch die Ergebnisse: Die 16-Jährige Sophie Staudt vom SKC sicherte sich bei den Frauen den ersten Titel im Slalom-Cross auf der Saar. Bei den Männern gewann Ulf Jung aus Zweibrücken den ersten Crosslauf. Beide Fahrer zeigten sich auch am darauffolgenden Tag bei der „richtigen“ Slalomregatta top in Form und gewannen in ihren Disziplinen. Nicht umsonst spricht man bei beiden von talentierten Nachwuchskräften in der Region.
Der erste Kanu-Slalom-Cross war jedenfalls erfolgreich, so dass die Organisatoren so etwas auch für die Zukunft planen.
Weitere Informationen unter: www.saarbruecker-kanu-club.de
