Vize-Weltmeister Fabian Dörfler, nach dem Halbfinale Dritter, steigerte im Finallauf seine Fahrzeit noch einmal und sicherte sich trotz einer Berührung Platz drei. Europameister wurde der Brite Campbell Walsh mit 13 Hundertstel Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Daniele Molmenti.
„Die Berührung war schade, aber jedenfalls hat’s wieder mal Spaß gemacht zu paddeln“, war Fabian Dörfler mit Bronze zufrieden. „Die Medaille ist für mich ein guter Trost, ich fühl’ mich jetzt wieder besser“, so der Augsburger, der wie das übrige EM-Team vor Wochenfrist die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking verpasst hatte.
Erik Pfannmöller (Halle) auf Rang sieben und Sebastian Schubert (Hamm) als Zehnter rundeten das Ergebnis aus deutscher Sicht noch ab. „Es ist nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte, aber es war ein sehr enges Finale und wir haben hier vorher nicht trainiert. Ich kann mich jetzt nicht wirklich ärgern“, so der Hallenser Erik Pfannmöller. Auch Youngster Sebastian Schubert war trotz einiger Fehler im Finallauf glücklich: „Ich habe gleich am Anfang zwei Zweier gemacht, dann bin ich voll auf Risiko gegangen“, erklärte der 19-Jährige aus Hamm seine beiden „Fünfziger“, „ich war als Jüngster im Finale und bin voll zufrieden.“
In der Entscheidung der Zweier-Canadier verpassten die Deutschen eine Medaille nur knapp. Beim überragenden Erfolg der slowakischen Brüder Pavel und Peter Hochschorner, die die Konkurrenz mit 8,24 Sekunden Vorsprung für sich entschieden, wurden die Zwillinge Kay und Robby Simon (Halle/S.) Vierte, fuhren dabei noch vom zehnten Rang nach dem Halbfinale nach vorn. „Wir haben im Halbfinale wieder mal berührt, aber der zweite Lauf war richtig gut. Wir können’s also noch“, war Kay Simon ein guter EM-Abschluss wichtig.
Seine Vereinskollegen Marcus Becker und Stefan Henze fielen von Rang drei im Halbfinale noch auf Rang sechs zurück. „Beide Läufe waren nicht ganz rund. Wir haben versucht, uns nach den Qualifikationen jetzt bei der EM noch einmal reinzuarbeiten, aber irgendwie ist die Luft raus. Wir brauchen jetzt vielleicht erst einmal eine Pause“, sagte Marcus Becker.
Das Leipziger Duo David Schröder/Frank Henze verpassten das Finale der besten zehn und wurden 18. „Die Berührung gleich zu Anfang war ungünstig, danach haben wir nie zu unserem Rhythmus gefunden“, so David Schröder.
EM-Teamchef Michael Trummer war mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Krakow insgesamt zufrieden: „Das Niveau ist insgesamt sehr hoch, die Leistungsdichte groß, das haben wir gerade bei den Kajak-Herren gesehen. Wenn man dazu noch in Betracht zieht, das wir unser derzeit jeweils bestes Boot in jeder Kategorie gar nicht dabei hatten, haben sich hier alle gut verkauft, sowohl mit den Medaillen in den Teams, als auch in den knappen Einzelentscheidungen.“
Ergebnisse, Europameisterschaften im Kanu-Slalom in Krakow (Polen), 4. Tag
Herren, K1: 1. Campbell Walsh (GBR) 181,63 (0/0 Strafsekunden nach Torfehlern), 2. Daniele Molmenti (ITA) 181,76 (2/0), 3. Fabian Dörfler (GER/Augsburg) 182,41 (0/2), 4. Dariusz Popiela (POL) 182,75 (0/0), 5. Peter Kauzer (SVK) 183,01 (2/2), 6. Grzegorz Polaczyk (POL) 183,71 (0/0), 7. Erik Pfannmöller (GER/Halle/S.) 185,12 (0/2), 8. Benoit Peschier (FRA) 186,31 (0/4), 9. Ivan Pisvejc (CZE) 231,83 (0/50), 10. Sebastian Schubert (GER/Hamm) 296,69 (2/112).
Herren, C2: 1. Hochschorner/Hochschorner (SVK) 198,76 (0/0), 2. Peter Skantar/Ladislav Skantar (SVK) 207,00 (2/0), 3. Andrea Benetti/Erik Masoero (ITA) 207,23 (0/0), 4. Kay Simon/Robby Simon (GER/Halle/S.) 211,03 (4/0), 5. Marek Jiras/Tomas Mader (CZE) 211,50 (2/2), 6. Marcus Becker/Stefan Henze (GER/Halle/S.) 211,84 (0/4), 7. Marcin Pochwala/Pawel Sarna (POL) 212,23 (0/2), 8. Mikhail Kuznetsov/Dmitry Larionov (RUS) 218,80 (0/4), 9. Gauthier Klauss/Matthieu Peche (FRA) 219,00 (2/2), 10. Jaroslav Volf/Ondrej Stepanek (CZE) 264,67 (4/54). Im Halbfinale ausgeschieden: 18. David Schröder/Frank Henze (GER/Leipzig) 114,40 (8).
Von: Jochen A. Meyer
