16.09.2014 | Kanu-Slalom

DKV-Slalom-Team vor WM-Start zuversichtlich

Morgen Abend (Donnerstag 1 Uhr MESZ) werden in Deep Creek die Kanu-Slalom-Weltmeisterschaften 2014 eröffnet. Die Wettbewerbe im US-Bundesstaat Maryland beginnen am Donnerstag mit den Qualifikationsläufen der Damen und Herren im Canadier-Einer sowie der Herren im Kajak-Einer.

Rund 300 Sportler aus 43 Nationen werden die Welttitelkämpfe im Adventure Sports Center International (ASCI) von Deep Creek in Angriff nehmen. Der künstliche Kurs auf einem Berg in der wilden und ursprünglichen Landschaft Marylands ist für die meisten europäischen Topnationen ein weitgehend unbekannter. DKV-Cheftrainer Michael Trummer ist von der Anlage begeistert: „Das ist ein tolles Konzept, was hier umgesetzt wurde“, meint er, die Strecke innerhalb eines Skigebiets inmitten bewaldeter Berge der Appalachen sei, obwohl künstlich angelegt, durch ihren Charakter und ihre Lage „auch wieder einmal ein Schritt zurück zu den Wurzeln der Sportart.“ Natur pur eben – auch einen Schwarzbären haben die Deutschen hier schon gesichtet.

Die Mannschaft ist bereits am 2. September in Deep Creek eingetroffen, nachdem ein Trainerstab bereits im Vorjahr das Areal begutachtet hatte. „Wir haben die ersten Einheiten mit Techniktraining zur Wildwassergewöhnung genutzt. Die Strecke ist von sehr wechselhaftem Wasser gekennzeichnet, wo man sehr schnell von der Ideallinie abkommen kann. Darauf haben wir uns versucht einzustellen, auch wenn uns nur eine Wildwassereinheit pro Tag zur Verfügung stand. Aber auch mit den Nebenanlagen, dem See und dem Fitnessstudio konnten wir uns gut auf die Wettkämpfe einstimmen“, so Michael Trummer.

Nach dem bisherigen Saisonverlauf geht der DKV-Cheftrainer mit einiger Zuversicht in den Saisonhöhepunkt. Siege oder Podestplatzierungen gab es bei Europameisterschaften und in der Weltcupserie in allen Kategorien, für die der DKV in Amerika gemeldet hat. Zudem lasten die Erwartungen nicht auf wenigen Schultern, in allen Kategorien hat das Team gleich mehrere Eisen im Feuer. „Wenn man sich die Startlisten hier anschaut, so stehen wir in allen Disziplinen mit mehreren Booten unter den letzten Zehn der Qualifikationsläufe – also unter den besten Zehn der Weltrangliste. Nach dem Saisonverlauf haben wir sicherlich die besten Chancen in den Kajak-Disziplinen, aber auch in den Canadier-Disziplinen sehe ich gute Chancen, wenn es gelingt, die Berührungen zu vermeiden, die uns in diesem Jahr dort oft bessere Platzierungen gekostet haben“, so Trummer.

Die Wettbewerbe beginnen am Donnerstag mit der Qualifikation der Herren im Kajak- und Canadier-Einer sowie der Damen im Canadier-Einer – diese Kategorie besetzt der DKV in Deep Creek nicht. Am Freitag bestreiten die Damen im Kajak-Einer sowie die Canadier-Zweier ihre Vorläufe, während die Kajak-Herren am Abend schon ihr Halbfinale absolvieren. Die Entscheidungen in Einzel- und Teamwettbewerben fallen am Samstag und Sonntag.

Das Team Deutschland bei der WM in Deep Creek

Herren, Kajak-Einer: Sebastian Schubert (KR Hamm), Fabian Dörfler (KS Augsburg), Alexander Grimm (KS Augsburg).
Canadier-Einer: Franz Anton (Leipziger KC), Jan Benzien (Leipziger KC), Florian Breuer (KS Augsburg).
Canadier-Zweier: Robert Behling/Thomas Becker (MSV Buna Schkopau), Franz Anton/Jan Benzien (Leipziger KC), Kai Müller/Kevin Müller (BSV Halle/S.).
Damen, Kajak-Einer: Melanie Pfeifer (KS Augsburg), Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach), Jasmin Schornberg (KR Hamm).
Canadier-Einer: nicht besetzt.

Stimmen der Aktiven vor dem Start der WM

Franz Anton (Leipziger KC - Canadier-Einer, Canadier-Zweier):
„Die Strecke und ihre Eigenheiten habe ich soweit gut kennengelernt. Es gab leider auch einige Tage an denen es nicht so lief. Ich denke, jeder kennt dieses Gefühl wenn es auf den Höhepunkt zugeht und man immer nervöser wird. Ich würde darin aber kein schlechtes Omen sehen. Wenn man von der Strecke zur Unterkunft läuft, stehen am Rand kleine nette gelbe Schilder auf denen „stay on trail“, also „bleib auf der Spur“ steht. Ich denke, das trifft ganz gut zu!“

Robert Behling (MSV Buna Schkopau – Canadier-Zweier):
Wir sind beide der Meinung, dass wir gut drauf sind. Die Trainingseinheiten hier liefen sehr gut und lassen auf eine gute Leistung hoffen. Die Strecke ist im mittleren Teil schwer zu berechnen, da die Strömung sehr oft wechselt. Durch Thomas' überstandene Erkrankung und das letzte schwierige Jahr haben wir uns diesmal kein Ziel gesetzt. Trotzdem werden wir natürlich unser Bestes geben!“

Jan Benzien (Leipziger KC – Canadier-Einer, Canadier-Zweier):
„So langsam hat man die Strecke im Griff, weiß, wo es flach ist oder wie man mit welchen Paddelschlägen am meisten erreicht. Ziel ist in beiden Disziplinen ins Finale zu fahren, auch wenn bei dieser wechselhaften Strecke alles und nichts möglich ist. Körperlich sind wir fit.“

Florian Breuer (Kanu Schwaben Augsburg – Canadier-Einer):
Meine Form ist trotz der kurzen Vorbereitungszeit auf einem hohen Level. Die Strecke hat ihre Tücken, weil das Wasser die Bedingungen immer wieder ändert. Dadurch, dass ich schon den Weltcup in Augsburg fahren durfte, habe ich schon eine Vorstellung von meinen Chancen. Ich gehe auf einer Seite locker in die WM, weil ich nichts zu verlieren habe, auf der anderen aber auch angespannt, weil ich zeigen will, was ich kann.“

Fabian Dörfler (Kanu Schwaben Augsburg – Kajak-Einer):
Ich habe in den letzten Wochen gut und verletzungsfrei trainieren können und komme auch auf der WM-Strecke immer besser in Tritt. Der Parcours ist sehr abwechslungsreich, man muss sich ganz besonders auf die Gegebenheiten hier einstellen. Meine Zielstellung ist in erster Linie, persönlich ein gutes Rennen abzuliefern. Was dann dabei herauskommt, wird man sehen. Viele von uns gehören hier sicherlich zu den Favoriten, wir brauchen uns nicht zu verstecken.“

Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach – Kajak-Einer):
„Ich fühle mich gut und finde die Strecke einfach super. Hier macht es richtig Spaß zu paddeln. Für die WM heißt es jetzt einfach noch mal ein gutes Gefühl bekommen und dann kann es am Donnerstag bzw. Freitag losgehen. Step by step. Runde für Runde kämpfen. Das Finale wäre für meine erste WM schon der Hammer! Allgemein bin ich sehr gespannt, wie so eine WM bei den Großen ist.“

Alexander Grimm (Kanu Schwaben Augsburg – Kajak-Einer):
Die Vorbereitung auf die WM verläuft nach Plan, die WM rückt immer näher und so langsam wird auch die Spannung immer stärker, aber dennoch ist die Stimmung in meinem Team gut. Mein Ziel ist es aufs Treppchen zu kommen. In der Mannschaft haben wir gute Chancen auf eine Medaille.“

Kai Müller (BSV Halle/Saale – Canadier-Zweier):
„Es ist die zweite Wildwasserstrecke in diesem Jahr, die wir neu kennen gelernt haben. Es ist eine doch sehr anspruchsvolle Strecke, die besonders im Mittelstück nicht zu unterschätzen ist. Man muss schauen, wie das Wasser steht und rechtzeitig reagieren, da das Wasser sehr pulsiert. Es passiert schnell mal, das man neben der Linie ist und viel Zeit verliert. In den letzten beiden Einheiten werden wir genau darauf noch mal den Fokus legen, um uns so ein gutes Gefühl für die WM zu schaffen.“

Melanie Pfeifer (Kanu Schwaben Augsburg – Kajak-Einer):
Meine WM-Vorbereitung läuft perfekt nach Plan. Auf der Strecke fühle ich mich sehr wohl. An den meisten Stellen ist das Wasser unregelmäßig. Man muss ständig das Wasser lesen und im richtigen Moment richtig reagieren. Mein Ziel ist es, das Wasser richtig zu lesen und den Sprung ins Finale zu schaffen.“

Jasmin Schornberg (Kanu-Ring Hamm – Kajak-Einer):
„Ich fühle mich soweit ganz gut. Bei dem wechselhaften Wetter hier muss ich aufpassen nicht krank zu werden. Mit der Strecke, die sehr gewöhnungsbedürftig ist, komme ich jetzt – nach ein paar Mal fluchen – auch so langsam zurecht. Daher freue ich mich jetzt, wenn die WM endlich los geht. Mein Ziel ist es, ins Finale zu fahren und im Finale einen Lauf zu haben, mit dem ich zufrieden bin. Das könnte dann im besten Fall eine Medaille bedeuten. Ob im Einzel oder in der Mannschaft, beides ist möglich. Wir sind ein gut eingespieltes und motiviertes Team, ich hoffe, dass wir unsere gute Leistung aus der bisherigen Saison am kommenden Wochenende zeigen können!“

Sebastian Schubert (Kanu-Ring Hamm – Kajak-Einer):
Die Strecke ist sehr gewöhnungsbedürftig und macht nicht so viel Spaß. Insgesamt habe ich mich aber gut drauf eingefahren und habe mir ein gutes Gefühl erarbeitet. Mein Ziel ist es, ins Finale zu kommen und dann eine Medaille zu gewinnen.“

Der WM-Zeitplan

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Website

www.deepcreek2014.com

Live-Ergebnisse

www.canoeliveresults.com

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