18.04.2012 | Kanu-Slalom

Nationale Kanuslalom-Elite nimmt den Kampf um Olympia-Tickets auf

Der Weg nach London führt bei der ersten nationalen Olympiaqualifikation über Augsburg und durch den Eiskanal.

An den kommenden zwei Wochenenden entscheidet sich, wer Deutschland bei den Olympischen Spielen 2012 (London/GB) in den vier Bootsklassen des Kanuslaloms vertritt. In je zwei nationalen Qualifikationsrennen in Augsburg (21./22. April) und in Markkleeberg (28./29. April) ermittelt der Deutsche Kanu-Verband (DKV) seine Auswahl.

Angeführt von Olympiasieger Alexander Grimm (Peking 2008, Kajak Einer) aus Augsburg wetteifern zahlreiche Top-Athleten und -Athletinnen um die wenigen Plätze. Zur Erinnerung: Nur ein DKV-Boot je Klasse darf gemeldet werden. Das ist bitter für das deutsche Team, das in jeder Bootsklasse mehrere Sportler von Weltklasse hat. Andererseits verspricht dies Qualifikations-wettkämpfe auf höchstem Niveau. Von einem „Kampf der Giganten“ sprechen die Augsburger Organisationsleiter Horst Woppowa und Karl Heinz Englet (beide Kanu Schwaben Augsburg (KSA).

Kampf der Giganten

Eine Einschätzung, der sich die Bundestrainer Thomas Apel (Kajak Herren), Sören Kaufmann (Canadier Herren) und David Krajnik (Kajak Damen) bei der Pressekonferenz am 17. April in Augsburg anschlossen. Sie sehen die deutschen Qualifikanten in Bestform und erwarten nach den sehr erfolgreichen Wettkämpfen zu Jahresbeginn unter anderem in Australien ein „Feuerwerk von Höchstleistungen“. Auch wenn das „Weltmeisterschaftsteam die Tickets für London wohl unter sich ausmachen wird“ (Apel) - Überraschungen durch „hungrige Nachwuchsfahrer“ seien nie auszuschließen. 87 Fahrer und Fahrerinnen – die jeweils besten der deutschen A-Rangliste 2011 – sind für Augsburg gemeldet.

Zeit, dass es los geht

Trotz der anstehenden „harten Ausscheidungen“ (Hannes Aigner, AKV) ist die Stimmung im deutschen Team gut. Kajak Einer-Fahrerin Melanie Pfeiffer (KSA) betont das kameradschaftliche Verhältnis: „Keine Spur von Zickenkrieg“. Canadier-Fahrer Sideris Tasiadis und Kajak-Fahrer Fabian Dörfler (beide KSA) sprechen allen Fahrer aus dem Herzen: „Es wird Zeit, dass es los geht.

Die Bundestrainer legen die Latte hoch und erhoffen sich in London „mindestens zwei olympische Medaillen, darunter möglichst auch Gold“. Wer sich vier Jahre lang auf diesen Moment vorbereitet hat und die Leistung in der Qualifikation abrufen kann, um den braucht man sich in London keine großen Sorgen machen: „Er und sie sind stark genug für den anstehenden Druck.“

Qualifikationsmodus:

Jeder der vier Wettkampftage mit Vor- und Finallauf zählt als ein Qualifikationstag. Der jeweilige Tagessieger erhält „0“ Punkte, der zweite „2“ Punkte, der dritte „3“ Punkte. Am Ende der Rennserie siegt der Sportler mit der geringsten Punktanzahl – ein Tag wird als Streichergebnis gezählt.

Neben den Olympiastartern werden auch die DKV-Teams für die Europa-Meisterschaften (9. bis 13. Mai 2012 Augsburg) und die internationalen U23-Meisterschaften nominiert.

Weitere Informationen

www.eiskanal-augsburg.de
www.kanu-schwaben-augsburg.de
www.kanu.de
www.kanutube.de

Von: Markus Wende, Christian Doser
Bild: Marianne Stenglein

Auf dem Bild:  von rechts: Bundestrainer David Krajnik und Sören Kaufmann,, Sideris Tasiadis (KSA/C1), Melanie Pfeiffer (KSA/K1), Bundestrainer Thomas Apel, Hannes Aigner (AKV/K1) und Fabian Dörfler (KSA/K1)

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