Das heutige Wettkampftraining entschied in einer prozentual vergleichbar gemachten Wertung aller vier olympischen Disziplinen C1-Ass Jan Benzien (Leipzig) vor den Olympiastartern Sideris Tasiadis (Augsburg), Jasmin Schornberg (Hamm) und Hannes Aigner (Augsburg) für sich. Aigner wiederum erwies sich bei einem ähnlichen Wettkampftest vor zwei Tagen als Schnellster vor Tasiadis und Sebastian Schubert (Hamm). Bei beiden Tests ging es insbesondere zwischen den ersten drei Rängen äußerst knapp zu – die Athleten hatten sich im Kampf um ein von ihnen selbst zuvor ausgelobtes und eingezahltes kleines Preisgeld auf dem alles abverlangenden Kurs mächtig ins Zeug gelegt. Jan Benzien gab Einblick in die besonderen Schwierigkeiten des Kurses: „Die Strecke weist relativ viele Walzen auf, die das Boot jedes Mal abbremsen, so dass man immer wieder neu anfahren muss. Die ständige erneut Beschleunigung verlangt viel Maximal- und Schnellkraft“, meinte der Leipziger, der schon mit Rang zwei bei den vorolympischen Wettbewerben bewies, dass er gut mit dem zu den weltweit anspruchsvollsten zählenden Kurs zurechtkommt: „Hier zu fahren macht richtig viel Spaß.“
Chefbundestrainer Michael Trummer sagte im Rückblick auf das ganz unter dem Aspekt Olympiavorbereitung stehende Training: „Wir haben die Woche hier sehr gut genutzt und hohe Trainingsumfänge realisiert. Die Sportler sind daher jetzt etwas müde und nehmen mit einer verkürzten Vorbereitung den Weltcup in Cardiff in Angriff. Da unser Fokus aber auf Olympia liegt, konnten wir hier keine Rücksicht auf den Weltcup nehmen.“ In Cardiff stoßen noch weitere Athleten zum jetzigen Team hinzu, so dass der DKV mit drei bzw. vier Booten pro Disziplin beim Weltcup vertreten sein wird. Und trotz anstrengender Trainingswoche in den Knochen ist der Ehrgeiz Weltcup-Punkte zu sammeln groß, das hat zumindest Jan Benzien, der bei den Spielen in London nicht dabei sein kann, deutlich gemacht: „Es wäre schon cool am Ende im Weltcup unter den ersten Drei zu sein.“
Text: H.-P. Wagner
