Team-Europameisterinnen wurden am Nachmittag Claudia Bär (Augsburg), Mandy Planert (Leipzig) und Jasmin Schornberg (Hamm) in der Kajak-Mannschaft der Damen. Das Trio, das damit den Titel des Vorjahres verteidigte, siegte mit einem Vorsprung von fast sechs Sekunden auf die Slowakei. Bronze ging an Großbritannien.
„Wir wollten im zweiten Lauf noch einmal auf Sicherheit fahren, um möglichst fehlerfrei zu bleiben. Das war ein toller Erfolg, wir haben uns wie in den vergangenen Jahren als Team zusammengerauft – das war unser Geheimnis“, strahlte Mandy Planert, mit 33 Jahren die Erfahrenste im Team.
Von Platz vier im ersten Lauf paddelten kurz nach dem Erfolg der Damen auch die Canadier-Einer auf das Podest. Hinter den Slowaken und dem Team der Gastgeber gewannen Christian Bahmann (Bad Kreuznach), Nico Bettge (Magdeburg) und Lukas Hoffmann (Dormagen) Bronze.
„Natürlich sind wir glücklich über die Medaille“, so Nico Bettge, „wenn man sich unseren ersten Lauf anschaut, wäre aber noch weit mehr drin gewesen.“ „Innerhalb von einer Woche haben wir uns von den Konkurrenten der Qualifikation zu echten Teamplayern entwickelt. Unsere Tendenz ist aufsteigend, der Rest kommt morgen“, schaut Christian Bahmann schon auf die Einzelentscheidung voraus.
Den zweiten Titel für das DKV-Team gewann am Abend die Zweier-Canadier-Mannschaft mit Marcus Becker/Stefan Henze, Kay und Robby Simon (alle Halle) sowie David Schröder/Frank Henze (Leipzig). „Schön haben wir’s gemacht, Hattrick sag ich nur“, war Kay Simon mit dem Rennen vollauf zufrieden. Für die Zwillings-Besatzung und auch die Leipziger Schröder/Henze war dies der dritte Mannschaftserfolg bei Europameisterschaften in Folge.
Ohne Medaille blieben die deutschen Kajak-Herren mit Erik Pfannmöller (Halle), Fabian Dörfler (Augsburg) und Sebastian Schubert (Hamm). Nach einem „Fünfziger“ für Erik Pfannmöller durch ein falsch befahrenes Tor, das allerdings erst nach Protest und Videoauswertung in die Wertung kam, waren die Chancen auf Edelmetall dahin. Im zweiten Lauf konnten die drei Deutschen mit einem fehlerfreien Lauf und Bestzeit jedoch noch einmal Selbstvertrauen für die Einzel-Entscheidung am Sonntag tanken.
Am morgigen Samstag stehen die Einzelentscheidungen
im Kajak-Einer der Damen und im Canadier-Einer der Herren auf
dem EM-Programm.
Ergebnisse, Europameisterschaften im Kanu-Slalom in Krakow (Polen), 2. Tag, Teamwettbewerbe
Damen, 3x K1: 1. Deutschland (Claudia Bär/Augsburg, Mandy Planert/Leipzig, Jasmin Schornberg/Hamm) 230,62 (2/0), 2. Slowakei (Jana Dukatova, Elena Kaliska, Gabriela Stacherova) 236,59 (4/4), 3. Großbritannien (Fiona Pennie, Louise Donington, Laura Blakeman) 253,44 (10/6), 4. Spanien (Marialen Chourraut, Marta Martinez-Canton, Irati Goicoechea) 287,26 (22/18), 5. Niederlande (Ariane Herde, Annelies van der Zwart, Nicky Nibbeling) 297,48 (20/18), 6. Österreich (Violetta Oblinger-Peters, Corinna Kuhnle, Julia Schmid), 298,71 (4/52).
Herren, 3x K1: 1. Polen (Dariusz Popiela, Grzegorz Polaczyk, Mateusz Polaczyk) 204,76 (0/4), 2. Italien (Diego Paolini, Daniele Molmenti, Luca Costa) 207,28 (4/2), 3. Schweiz (Michael Kurt, Mathias Roethenmund, Moritz Luescher) 209,11 (2/4), 4. Slowenien (Peter Kauzer, Dejan Kralj, Jure Meglic) 212,84 (8/4), 5. Österreich (Helmut Oblinger, Herwig Natmessnig, Harald Hudetz) 215,87 (2/4), 6. Spanien (Guillermo Diez Canedo, Carles Juanmarti Santiago, Joan Crespo) 215,87 (8/4), … 13. Deutschland (Fabian Dörfler/Augsburg, Erik Pfannmöller/Halle/S., Sebastian Schubert/Hamm) 254,98 (54/0).
3x C1: 1. Slowakei (Michal Martikan, Alexander Slafkovsky, Matej Benus) 214,81 (8/0), 2. Polen (Krzysztof Bieryt, Grzegorz Kiljanek, Dawid Bartos) 218,56 (6/2), 3. Deutschland (Christian Bahmann/Bad Kreuznach, Nico Bettge/Magdeburg, Lukas Hoffmann/Dormagen) 222,78 (10/2), 4. Tschechische Republik (Stanislav Jezek, Jan Masek, Tomas Indruch) 224,45 (6/6), 5. Großbritannien (David Florence, Stuart McIntosh, Mark Proctor) 234,39 (10/6), 6. Slowenien (Benjamin Savsek, Dejan Stevanovic, Jost Zakrajsek) 248,48 (12/18).
3X C2: 1. Deutschland (Marcus Becker/Stefan Henze [Halle/S.], Kay Simon/Robby Simon [Halle/S.], David Schröder/Frank Henze [Leipzig]) 251,09 (8/8), 2. Polen (Marcin Pochwala/Pawel Sarna, Dominik Weglarz/Dawid Dobrowolski, Dariusz Wrzosek/Jaroslaw Miczek) 254,95 (4/8), 3. Slowakei (Pavel Hochschorner/Peter Hochschorner, Peter Skantar/Ladislav Skantar, Thomas Kucera/Jan Batik) 257,75 (10/14), 4. Slowenien (Nejc Visnar/Urban Jarc, Saso Taljat/Luka Bozic, Luka Slapsak/Blaz Oven) 290,06 (22/10), 5. Tschechische Republik (Jaroslav Volf/Ondrej Stepanek, Marek Jiras/Tomas Mader, Vaclav Hradilek/Stepan Sehnal) 300,19 (4/56).
Von: Jochen A. Meyer
