Erstmals werden die WM-Tickets in diesem Jahr erst in einem
zweiten Qualifikationsschritt vergeben. Am 8. August bei den
German Open in Markkleeberg werden die besten Sechs der
Frühjahrsqualifikation die drei Plätze für die Reise nach
Spanien unter sich ausmachen. „Wir wollen mit diesem System die
wirklich leistungs- und nervenstärksten Sportler finden, die es
schaffen, mit großem Wettkampfdruck umzugehen. Schließlich gibt
es bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften auch nur
einen einzigen Wettkampf, bei dem es darauf ankommt“, begründet
Michael Trummer das neue Nominierungssystem.
Personell betrachtet wird es nach den Spielen in der ersten
Reihe der Athleten keinen großen Umbruch geben. Lediglich Mandy
Planert bei den Kajak-Damen hat ihre Karriere im Frühjahr
offiziell beendet. Die amtierende 2007-er Weltmeisterin
Jennifer Bongardt (Köln) zeigte sich zu den Internationalen
Frühjahrsrennen schon gut in Schwung, die besten Karten für
einen der ersten drei Plätze und damit den Platz im Team für
die Europameisterschaften in Nottingham (28.-31. Mai) sollten
die Team-Europameisterinnen des Vorjahres Jasmin Schornberg
(Hamm) und Claudia Bär (Augsburg) haben.
Spannender wird sicherlich die Zusammensetzung der
Teilmannschaft bei den Kajak-Herren. Auch Olympiasieger
Alexander Grimm (Augsburg) zeigte in Markkleeberg bereits
Stärke, die neuen ICF-Regeln werden die Abstände aber gering
halten und der Kandidaten gibt es viele: Weltcup-Gesamtsieger
Erik Pfannmöller (Halle/S.) will ganz sicher dazu
gehören. Mit Sebastian Schubert (Hamm), Fabian Dörfler,
Hannes Aigner, Jürgen Kraus (alle Augsburg) oder Paul
Böckelmann (Leipzig) klopfen weitere ambitionierte Athleten
an.
Bei den Einer-Canadiern wird nach Lage der Dinge ein Quintett
mit Olympiateilnehmer Jan Benzien (Leipzig), Nico Bettge
(Magdeburg), Lukas Hoffmann (Dormagen), Christian Bahmann (Bad
Kreuznach) und Junioren-Weltmeister Sideris Tasiadis (Augsburg)
die Plätze für den ersten Saisonhöhepunkt unter sich
ausmachen.
Im Zweier-Canadier bewiesen David Schröder/Frank Henze
(Leipzig) beim Saisonauftakt gute Frühform, an den etablierten
Booten mit den Olympiastartern Felix Michel/Sebastian Piersig
(Spremberg) und den Ex-Weltmeistern Marcus Becker/Stefan Henze
(Halle/S.) sollte nur schwer vorbeizukommen sein. Die jungen
Besatzungen Robert Behling/Thomas Becker sowie Kai Müller/Kevin
Müller (Magdeburg) werden es versuchen. Die Hallenser Kay und
Robby Simon werden die erste Qualifikation verletzungsbedingt
noch nicht in Angriff nehmen können. Beide werden aber mit
einer „Wildcard“ im August noch ihre Chance erhalten, sich für
die Weltmeisterschaften zu qualifizieren.