Die Stiftung Deutsche Sporthilfe führt zum 1. März 2011 das Fördermodell Elite+ für olympische Medaillenkandidaten ein, die finanziell keine alternative Absicherung zur konzentrierten Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2012 in London haben. Damit setzt sie planmäßig einen Grundsatzbeschluss ihrer Gremien vom März 2009 um und schafft eine neue höchste Förderstufe für Top-Athleten. Elite+-Athleten erhalten künftig eine regelmäßige monatliche Zusatz-Förderung in Höhe von 1.500 Euro. Der erste Elite+-Athlet ist der Kanute Max Hoff aus Köln, mehrmaliger Welt- und Europameister im Kanu-Wildwasser- und Kanu-Rennsport. Für Hoff entspricht das Elite+-Angebot der Sporthilfe der aktuellen Bedürfnislage der Athleten: „1.500 Euro im Monat zusätzlich zu der bestehenden Förderung ist eine Geldsumme, die einem die Sorgen nimmt. Die eine gewisse Harmonie mit dem Alltag schafft."
Durch das neue Programm sollen die Athletinnen und Athleten in die Lage versetzt werden, sich ohne finanzielle Sorgen und frei von beruflichen oder schulischen Zwängen bestmöglich auf den olympischen Höhepunkt vorzubereiten“, sagt Dr. Michael Ilgner, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Sporthilfe, der gemeinsam mit dem langjährigen Sporthilfe-Geschäftsführer und heutigen Vorstandsbeauftragten Gerd Klein das Programm vor zwei Jahren entwickelt hatte. Den im Elite+-Programm eingebundenen Spitzensportlern gewährt die Deutsche Sporthilfe bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London für maximal achtzehn Monate eine zusätzliche regelmäßige Monatszahlung von 1.500 Euro. „Wir rechnen zunächst mit zwanzig bis dreißig Plätzen in der neuen Top-Förderung und einem finanziellen Mehraufwand von knapp einer Million Euro, den wir durch verstärkte Mitteleinwerbung finanzieren wollen“, so Ilgner.
Max Hoff, amtierender Kajak-Weltmeister über 1.000 Meter und Diplom-Biologe, erhält durch Elite+ neue finanzielle Spielräume und kann dadurch seine Promotion an der Universität Köln bis nach London 2012 aussetzen. Über seine Beweggründe sagt er: „Ich bin im letzten Jahr Weltmeister geworden, aber mit 25 Stunden Arbeit in der Woche, war es ganz schön schwierig, vorne mitzumischen. Im Hinblick auf London, wo man noch höhere Leistungen bringen muss, wäre das so nicht möglich. Ab einen bestimmten Level muss man sich 100 Prozent auf den Sport konzentrieren."
Sporthilfe-Vorstand Jörg Adami, als Direktor Förderung verantwortlich für die Umsetzung des neuen Programms, erläutert die Philosophie des neuen Modells. „Das Förder-Programm Elite+ ergänzt und optimiert u.a. das bestehende Elite- und Nachwuchselite-Förderkonzept der Sporthilfe für einen ausgewählten Kreis von geförderten Sportlern. Für die perspektivreichsten Athleten bei den jeweils kommenden Olympischen Spielen soll dieses Programm eine Priorisierung auf die maßgeblichen Trainings-, Lehrgangs- und Wettkampf-Maßnahmen und damit eine optimale Vorbereitung auf Olympia ermöglichen.“
„Die sportfachlichen Diskussionen nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking haben ergeben,“ so Adami, „dass für einen bestimmten Kreis von Athleten die unmittelbare Vorbereitung auf die Olympischen Spiele von beruflichen und ausbildungsbezogenen Verpflichtungen beeinflusst wurde. Um sich in erster Linie auf die notwendigen Trainingsumfänge und Wettkämpfe konzentrieren zu können, war hier eine zusätzliche finanzielle Hilfestellung notwendig.“ Der erste Elite+-Sportler Max Hoff ergänzt: „Ich glaube, dass es dem Sportler die Möglichkeit gibt, ohne große Sorgen seinen Sport zu machen. Ob es zum Olympiasieg führt oder nicht, steht dennoch in den Sternen. Das weiß man nie."
Voraussetzungen für die Aufnahme in Elite+ sind Medaillenerfolge bei Welt- und/oder Europameisterschaften sowie die Aussicht auf einen Medaillengewinn bei den Olympischen Sommerspielen 2012. Dies trifft auf Athleten zu, die bereits der Eliteförderung der Sporthilfe angehören, im Ausnahmefall auch auf Athleten, die in der Elite-Nachwuchsförderung der Sporthilfe eingestuft sind, sofern sie die definierte Perspektive für die Olympischen Spiele 2012 aufweisen. Darüber hinaus können dies auch Athleten sein, die zwar noch keinem der beiden Förderprogramme angehören, jedoch beispielsweise als Mitglieder des Top-Teams London des DOSB nachweislich Medaillenperspektiven haben.
„Athleten, die bei der Bundeswehrfördergruppe, der Polizei, der Bundespolizei, dem Zoll oder vergleichbaren Institutionen angestellt sind, werden wir nicht in das Elite+-Programm aufnehmen, da hier bereits optimale Rahmenbedingungen vorhanden sind, die durch die öffentliche Hand finanziert werden“, erläutert Ilgner. „Mit Elite+ werden wir für die Spitzensportförderung in Deutschland einen neuen Baustein hinzufügen und die Finanzierung über unsere Nationalen Förderer, Partner, Kuratoren und Sponsoren absichern.“
Quelle: www.sporthilfe.de
