20.03.2014 | Kanu-Slalom

Kanu-Slalomfahrer Leo Bolg aus Augsburg im Interview.

Marianne Stenglein sprach mit dem K1-Slalomfahrer der Junioren, der für die Weltmeisterschaften in Penrith / Australien trainiert.

MS:Leo, Du steckst ja mitten in den Abiturvorbereitungen und gleichzeitig bist Du mit Deinem Vereinskameraden Florian Breuer im nationalen Junioren Aufgebot bei der WM in Penrith vertreten.Wieviele Sportler nehmen aus Deutschland b ei der Junioren WM teil und wer ist dies und wann geht es los?

LB:Es werden vier Sportler aus Deutschland nach Sydney fliegen, begleitet von zwei Trainern und einem Physiotherapeuten. Das sind Karolin Wagner im Canadier Einer, Anna Faber im Kajak Einer weiblich, Florian Breuer im Canadier Einer männlich und ich im Kajak Einer männlich. Also aus jeder Disziplin ein Sportler, außer C2, da wurde niemand nominiert. Los geht es am 13.April, auf einen 20 Stunden Flug über Dubai nach Sydney.Dieeigentlichen Wettkämpfe beginnen am 23.April.

MS:Mit wieviel Jahren hast Du mit dem Kanuslalomsport begonnen und wie steht Deine Familie dazu?

LB:Mit sechs Jahren hab ich mit dem Paddeln begonnen. Meine Eltern haben mir Anfangs gezeigt wie das geht, da sie auch schon paddelten und früher ihre Boote sogar selber bauten.Sie unterstützen mich sehr in diesem Sport und finden es klasse, dass ich so einen großen Gefallen in dieser Sportart finde.

MS:Was ist dein bisher größter Erfolg?

LB:Mein größter Erfolg bisher ist die Goldene Medaille in der Mannschaft bei der Europameisterschaft. Aber auch den 9. Platz im Einzel finde ich nicht schlecht. Dazu kommen noch Deutsche Meisterschaftstitel im Einzel und der Mannschaft von 2012.

MS:Hast Du noch andere Sportarten, welche Dir genauso viel Spaß bereiten wie Kanuslalom?

LB:Snowboarden, Radeln und Stand up paddeln machen mir auch sehr viel Spaß. Ich finde es wichtig, genügend Abwechslung zum Kanuslalompaddeln zu haben, obwohl das natürlich im Vordergrund steht.

MS:In Kürze steht ja ein Lehrgang in Pau an (Frankreich). Was erwartet Dich dort, speziell auf die WM Vorbereitung bezogen?

LB:In diesem Trainingslager in Pau versuche ich mich an mein neues Boot zu gewöhnen und dann in erster Linie die Wildwassertechnik zu verbessern.Zum Vergleich werden dort auch Sportler in meiner Altersklasse aus Norddeutschland trainieren. Ganz besonders freue ich mich auf das hoffentlich gute Wetter, dann macht das Paddeln schon gleich viel mehr Spaß.

MS:Wer ist Dein Heimtrainer und Dein Landestrainer?

LB:Meine Heimtrainerin ist Jenny Apel, die gleichzeitig auch meine Landestrainerin ist. Bei ihr habe ich jeden Tag Training und bin zudem sehr froh, dass Sie eine der Trainer ist, die mit nach Penrith fliegen darf.

MS:Erzähl uns doch, wie Du die Abiturvorbereitung und die WM Vorbereitung unter einen Hut bringst?

LB:Beides unter einen Hut zu bekommen ist nicht ganz so einfach, das heißt vor und nach dem Training direkt an den Schreibtisch zum Lernen. Eine Woche nach der Weltmeisterschaft beginnt das Abitur und ich versuche in beiden Bereichen das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Dank dem Chef an meiner Schule, der mir immer wieder Unterrichtsbefreiungen für notwendige Slalom - Lehrgänge unterschreibt und mithilfe meiner Mutter werde ich das das hoffentlich schaffen.

MS:Was gefällt Dir besonders gut am Kanuslalom und was weniger?

LB:Besonders gut gefällt mir die Abwechslung in dieser Sportart, das man mit den Toren verschiedenste Strecken zusammenstellen kann.Außerdem braucht man eine gute Technik, Kraft und noch viele weitere Komponenten, um darin erfolgreich sein zu können. Ein Nachteil in dieser schönen Sportart ist, dass man davon (leider) nicht leben kann, obwohl das Training mindestens genauso Zeitaufwendig ist, wenn nicht sogar mehr, wie Andere.

MS:Was ist Dein berufliches und sportliches Ziel in den nächsten Jahren?

LB:Zuerst will ich das Abitur schaffen und dann werde ich voraussichtlich entweder zur Bundeswehr oder zur Polizei gehen. Sportlich gesehen, ist mein Ziel, dieses Jahr bei der WM ins Finale zu kommen und mich damit für die Europameisterschaft zu qualifizieren. Im nächsten Jahr bin ich leider schon zu alt für die Junioren, das heißt es wird noch schwieriger sich bei den "Unter 23-jährigen " zu behaupten.

MS:Die Kanu Schwaben haben ja sehr viel Nachwuchssportlerinnen und Sportler, was kannst du diesen mit auf den Weg geben um auch so weit wie Du zu kommen?

LB:Der Spaß beim Paddeln sollte auf jedem Fall im Vordergrund stehen. Danach heißt es dann nur noch trainieren und nochmal trainieren!

MS:Ganz zum Schluss, hast Du Dich schon mit der Olympiastrecke in Penrithbefasst bzw. mit Australien. Was wirst Du von dort unbedingt mitbringen und was möchtest Du in Downunder unbedingt anschauen, sobald es Dir die Zeit erlaubt?

LB:Ja, ich hab mir schon Videos von der Strecke in Penrith angeschaut, um mich ein bisschen darauf vorzubereiten, was mich erwartet. Meine Schwester, die auch schon in Sydney war, hat mir schon Tipps gegeben, was ich mir dort unbedingt anschauen sollte. Ich hoffe wir werden auch Zeit finden mal an namhafte Strände wie Bondi Beach zu fahren.
Was ich am liebsten mitbringen will? ...die Goldmedaille natürlich

MS:Leo wir wünschen Dir eine erfolgreiche Junioren WM und lass Dich nicht zu sehr stressen.

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