22.07.2013 | Kanu-Slalom

Sieben WM-Medaillen für DKV-Nachwuchsteams

Die neue Weltmeisterin im Canadier-Einer der Juniorinnen kommt aus Deutschland. Karolin Wagner vom Leipziger Kanu-Club gewann bei den Titelkämpfen in Liptovský Mikuláš ihre erste große internationale Meisterschaft. In der Altersklasse der Junioren im Canadier-Zweier paddelten Aaron Jüttner und Piet Wagner (LKC Leipzig) auf den Bronzerang. Lisa Fritsche (BSV Halle) gewann im Kajak-Einer der U23-Damen die Bronzemedaille bei dieser Weltmeisterschaft.
Das DKV-Team in Liptovský

Alle Teilnehmerrekorde brach die diesjährige Weltmeisterschaft der Junioren und U23-Teams in Liptovský Mikuláš (Slowakei). Eingebettet in die Berge der niederen und hohen Tatra fanden auf der künstlichen Wildwasseranlage vom 16. bis 21. Juli 2013 die diesjährigen Welttitelkämpfe der Nachwuchsathleten statt. Insgesamt 45 Nationen hatten dazu mehr als 500 Athletinnen und Athleten in die Startlisten gemeldet. Bundesnachwuchstrainer Thomas Küfner war mit insgesamt 27 Athleten und seinem Trainer- und Betreuerstab angereist. „Viele unserer Sportler sind zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft. Da ist die Nervosität allen anzumerken. Natürlich möchte jeder sein Bestes geben, aber es ist auch wichtig Erfahrungen auf dem Weg ganz nach oben zu sammeln“, sagte Küfner vor Beginn der Finalrennen.

Karoline Wagner zeigte sich von all dem Rummel und der Aufregung relativ unberührt. Über sichere Qualifikationsplatzierungen und einen dritten Platz im Halbfinale hatte sie sich für das Finale der besten zehn Canadierfahrerinnen qualifiziert. Mit nur einer Torstabberührung setzte sie sich im Finale an die Spitze des Feldes und konnte auch von den beiden folgenden Fahrerinnen nicht mehr verdrängt werden. Birgit Ohmayer (Schwaben Augsburg) belegte im gleichen Finale den neunten Platz.

Unmittelbar nach dem Jubel über die erste Goldmedaille der WM starteten die Junioren im Canadier-Zweier. Disziplintrainer Frithjof Bergner hatte seine Sportler gut auf diesen entscheidenden Lauf eingestellt und freute sich am Ende mit seinen beiden Schützlingen vom LKC Leipzig über die Bronzemedaille. „Unsere Nachwuchszweier haben hier alle gezeigt, dass sie Potential haben. Mit Beste-Loos (12. Halbfinale) und Krüger-Sommer (20. Halbfinale) haben wir wieder Sportler, die in den nächsten Jahren zur Leistungsklasse aufrücken können. Es kommt jetzt darauf an das Training und die Wettkämpfe entsprechend zu gestalten, dann können wir auch die aktuelle Lücke im Bereich der U23 wieder schließen“, sagte Bergner am Ende der Wettkämpfe.

Die dritte Einzelmedaille dieser Weltmeisterschaften gewann die für den BSV Halle startende Lisa Fritsche im Kajak Einer der U23-Damen. Beim Sieg der Tschechin Kudejova, die lediglich 0,2 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte Stefanie Horn (Italien) hatte, trennten auch Lisa nur 1,81 Sekunden vom obersten Treppchen. Unglücklich Vierte wurde in diesem Rennen Ricarda Funk. Die Sportsoldatin, die in Augsburg trainiert und für den KSV Bad Kreuznach startet, hatte bis kurz vor Beginn der Wettkämpfe mit einer Erkältung zu kämpfen. Trotzdem fuhr sie an diesem Tag die zweitschnellste Zeit der Damenkonkurrenz.

Die Mannschaftswettbewerbe brachten für die Nachwuchs-Nationalmannschaft des DKV noch einmal eine wahre Medaillenflut. Nachdem für die U23-Herren im Kajak Einer bereits im Halbfinale ihrer Einzelläufe die WM beendet war, konnten sie sich über den Titelgewinn im Mannschaftsrennen freuen. Gold für Deutschland – damit hatte selbst Mannschaftsleiter Markus Flechtner nicht mehr gerechnet. „Seit die ICF die Regelungen für Einsprüche und Proteste geändert hat, geht es in der Ergebniskorrektur über den Videobeweis ständig hin und her. Eigentlich weiß man erst wer gewonnen hat, wenn die Siegerehrung vorbei ist“, resümierte Flechtner, der mit der Gesamtsituation sehr unzufrieden war und den sportlichen Wert der Veranstaltung sehr gefährdet sah. Dem deutschen Kajakteam konnte er dann zur Siegerehrung die Goldmedaillen umhängen. Einen wirklichen Silberregen gab es dann in den weiteren Teamentscheidungen der Weltmeisterschaften für die Deutschen Mannschaften. Vizeweltmeister wurden die Juniorinnen im Canadier-Einer mit Wagner/Ohmayer/Kubbe, die U-23 Damen im Kajak-Einer mit Fritsche/Funk/Maxeiner, die Juniorinnen im Kajak-Einer mit Schwanhold/Faber/Jones. Das Juniorenteam der Canadier-Zweier gewann dazu noch eine weitere Bronzemedaille.

Bundestrainer Küfner fand zum Abschluss der WM positive Worte für sein Team. „Es ist schwierig, mit einem so jungen Team beim ersten großen internationalen Rennen ganz vorn dabei zu sein. Da fehlt vielen Sportlern einfach die Erfahrung. Die Streckenführung war sehr anspruchsvoll. Dass wir über gute Athletinnen und Athleten verfügen zeigen die vielen Medaillen in den Mannschaftsrennen. Wir müssen jetzt weiter zielstrebig arbeiten“, sagte Küfner. Bis zur Europameisterschaft bleiben den beiden Nachwuchsteams und ihren Trainern gerade einmal 14 Tage Zeit. Auf der anspruchsvollen und schwierigen Naturstrecke in Bourg-St.-Maurice (Frankreich) finden bereits vom 1. bis 4. August 2013 die Kontinentalmeisterschaften statt. Michael Trummer

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