Bereits im Semifinale hinterließen die Kajak-Herren bei kühlen, zwar überwiegend sonnigen und nicht mehr stürmischen, dennoch aber von Wind geprägten Wetterbedingungen einen starken Eindruck. Hannes Aigner (Augsburg) und Sebastian Schubert sicherten sich mit fehlerfreien Läufen Platz drei und vier und auch Paul Böckelmann erreichte trotz zweier Strafsekunden auf Rang sechs ungefährdet das Finale. Nur Fabian Dörfler (Augsburg) musste nach drei Torberührungen auf Platz 27 vorzeitig die Segel streichen. Aber auch Mitfavoriten erwischte es wie z. B. Europameister Daniele Molmenti (ITA), der sich ebenfalls nicht für das Finale qualifizieren konnte.
Im Finale setzten die DKV-Asse dann noch einen drauf und blieben dabei allesamt fehlerfrei. Zunächst hatte Paul Böckelmann als erster deutscher Starter die Führung übernommen, seine Zeit unterbot danach Sebastian Schubert um 0,59 Sekunden, was auch von den nachfolgenden Startern nicht mehr getoppt wurde. „Das war cool. Man musste heute von Anfang an hochkonzentriert sein, ein einziger Fehler hätte schon im Semifinale das Aus bedeuten können. Und man braucht auch etwas Glück. Nachdem mir im oberen Teil eine Passage nicht so gelungen war, dachte ich mir, ich muss unten noch mal was probieren und bin die Schlüsselstelle an Tor 16/17 mit vollem Risiko gefahren. Das hat sich am Ende ausgezahlt“, meinte der Weltcup-Auftaktsieger nach seinem Coup.
Mit Bronze durch Paul Böckelmann und Platz fünf für Hannes Aigner gelang den Kajak-Herren ein ausgezeichnetes Mannschaftsergebnis, von dem sich auch der Bundestrainer der Kajak-Herren angetan zeigte: „Das Halbfinale war bei den nicht optimalen Bedingungen schon sehr gut. Wir haben uns danach zusammengesetzt und geschaut, wo Reserven für das Finale liegen. Dort haben wir dann noch mal Glanzpunkte gesetzt, Paul an Tor 10 und Sebastian an Tor 16. Ich bin sehr zufrieden mit der Vorstellung der Jungs. Das knüpft an die Ergebnisse der EM in Augsburg an und relativiert auch etwas die Diskussion um den sogenannten Heimvorteil“, so das Fazit von Thomas Apel. Mit Rang fünf und vor allem mit seiner Zeit zeigte sich auch Olympia-Starter Hannes Aigner zufrieden: „Ich bin nur eine reichliche Sekunde hinter dem Sieger. Für mich hatte die Sicherheit Priorität, ich wollte hier nichts riskieren.“
Bereits zuvor waren im C1 Nico Bettge (Magdeburg) mit Platz fünf im Semifinale und Jan Benzien (Leipzig) mit Rang acht ins Finale gepaddelt. Olympia-Starter Sideris Tasiadis (Augsburg) kam zwar als einziger der DKV-Asse ohne Strafsekunden durch den Kurs, verlor allerdings durch zwei Fahrfehler wertvolle Sekunden und verpasste dadurch mit Rang 13 das Finale um eine reichliche halbe Sekunde. „Ich bin zu früh in das Tor 16 ’reingesprungen und habe dadurch rund sechs Sekunden verloren. Das kannst du dann nicht mehr aufholen. Dass ich trotzdem noch 13. geworden bin, stimmt mich jedoch versöhnlich“, so der Europameister von Augsburg. Neben ihm mussten auch andere Mitfavoriten Federn lassen, allen voran der zweifache Olympiasieger Michal Martikan (SVK) mit Platz 15 im Semifinale. Im Finale fuhr dann Nico Bettge auf Platz fünf und Jan Benzien auf Rang acht. Mit diesem Ergebnis konnte am Ende auch Canadier-Bundestrainer Sören Kaufmann leben: „Nico und Jan hatten im Finale zwei größere Fahrfehler, ansonsten aber haben sie das Potenzial mit vorn dabei zu sein. Von daher wäre mehr drin gewesen, denn beide können eigentlich auf einem solchen Wasser fahren, sie haben es im Finallauf nur nicht auf den Punkt gebracht“, meinte der Canadier-Coach.
Ergebnisse Finals:
C1 Herren
1. David Florence GBR 100.46 Sek. (0)
2. Alexander Lipatov RUS 102.08 “ (0)
3. Alexander Slafkovsky SVK 102.57 “ (4)
5. Nico Bettge GER 106.14 “ (0)
8. Jan Benzien GER 106.85 „ (4)
K1 Herren
1. Sebastian Schubert GER 93.02 Sek. (0)
2. Etienne Daille FRA 93.24 „ (0)
3. Paul Böckelmann GER 93.61 „ (0)
5. Hannes Aigner GER 94.10 „ (0)
C1 Damen
1. Jessica Fox AUS 127.83 Sek. (6)
2. Mallory Franklin GBR 138.41 “ (2)
3. Katerina Hoskova CZE 139.79 “ (6)
(keine DKV-Starterinnen)
In den Vorläufen im K1 der Damen und im C2 der Herren am Nachmittag konnten sich insgesamt sechs DKV-Boote für die Semifinals am Sonntagmorgen qualifizieren. Im K1 der Damen erzielte Olympia-Starterin Jasmin Schornberg (Hamm) mit Rang vier nach beiden Vorläufen das beste Ergebnis, Melanie Pfeifer (Augsburg) kam auf Rang acht und auch Cindy Pöschel (Leipzig) schaffte es nach Rang 31 im ersten Vorlauf mit Platz 20 am Ende noch die Qualifikation für das Semifinale. Ausgeschieden ist Ricarda Funk (Bad Kreuznach) mit Platz 31.
Im C2 der Herren präsentierten sich Robert Behling und Thomas Becker (Schkopau) sowie Franz Anton und Jan Benzien (Leipzig) mit starken Vorlaufergebnissen und fuhren sicher ins Halbfinale. Gleiches gelang Kai und Kevin Müller (Magdeburg) mit einer Leistungssteigerung im zweiten Vorlauf. Seine Finalhoffnungen begraben musste dagegen das Olympia-Duo David Schröder/Frank Henze (Leipzig), die nach sechs Strafsekunden und Rang 17 im ersten Vorlauf sowie einem Bootsschaden und einem ausgelassenen Tor im zweiten Vorlauf am Ende keine Chance mehr auf einen der Qualifikationsränge für das Semifinale hatten.
Komplette Ergebnisse:www.canoecardiff2012.com
Text: H.-P. Wagner
