„Ich hab im Halbfinale nach einem Fehler etwas Zeit liegen lassen, deshalb wusste ich, dass hier eine noch bessere Zeit drin ist“, so Mandy Planert, die nach dem ersten Lauf mit knappem Rückstand noch auf dem dritten Rang gelegen hatte. „Im Finale war dann die Chinesin stark, aber ich konnte im zweiten Streckenteil, der sonst eher nicht meine Stärke ist, noch einmal aufdrehen. Ich freue mich, dass ich die Nerven behalten habe. Die Slowenen waren ein faires Publikum, es war schön, so angefeuert zu werden. Jetzt habe ich natürlich Blut geleckt und will auch den Gesamtweltcup.“
Nico Bettge fuhr in beiden Läufen die beste Zeit und war vor allem froh, den schwierigen Kurs ohne Berührungen bewältigt zu haben. „Das war auf jeden Fall schon mal besser als Prag“, meinte er schelmisch. Dort hatte er vor Wochenfrist als Elfter das Finale noch knapp verpasst. „Eine solide Leistung, nichts Weltbewegendes“, kommentierte er sein Rennen mit der gewohnten Zurückhaltung, „im zweiten Lauf hier und da vielleicht wieder ein wenig zu verkrampft, aber das passt schon.“
In den beiden anderen Entscheidungen verpassten die Athleten des Deutschen Kanu-Verbandes die Podestplätze denkbar knapp. Beim Heimsieg des Slowenen Peter Kauzer im Kajak-Einer belegten Fabian Dörfler (Augsburg) und Erik Pfannmöller (Halle/S.) die Ränge vier und fünf. „Ich habe in beiden Läufen an Tor 16, dem letzten Aufwärtstor Zeit liegen lassen. Es ist natürlich ärgerlich, dass das zweimal passiert, ansonsten waren die Läufe gut. Der Sieg wäre aber wahrscheinlich sowieso nicht drin gewesen, dafür war Peter Kauzer zu stark“, zollte Vize-Weltmeister Fabian Dörfler dem Slowenen Respekt, „aber der zweite Platz wäre für mich und auch für Erik eigentlich drin gewesen.“
Auch im Zweier-Canadier mussten die DKV-Boote mit den Rängen vier durch Kay und Robby Simon (Halle/S.) und fünf durch David Schröder/Frank Henze (Leipzig) vorlieb nehmen. Trotzdem waren die Hallenser Zwillinge nicht unzufrieden. „Es lief bei uns auf jeden Fall viel besser als noch im Training. Die Berührungen haben uns am Ende den Podiumsplatz gekostet. Die im Finale war vielleicht noch verständlich, da sind wir voll auf Angriff gefahren. Aber die Berührung im Halbfinale hätten wir vermeiden können, die war schusselig“, zeigte sich Robby Simon kritisch.
Bundestrainer Helmut Schröter war mit dem Auftritt des DKV-Weltcupteams zufrieden: „Mit zwei Siegen ist das natürlich ein guter Wettkampf für uns gewesen, mit dem wir sehr zufrieden sein können. Schade, dass es bei den Kajak-Herren und im Zweier-Canadier so knapp an den Medaillen vorbei ging. Das wäre das i-Tüpfelchen gewesen.“
Kanu-Slalom, Weltcup II in Tacen (SLO),
Ergebnisse:
Herren, K1:
1. Peter Kauzer (SLO) 179,29 (0/0 Strafsekunden nach
Torfehlern), 2. Lukas Kubrican (CZE) 184,17 (0/0), 3. Richard
Hounslow (GBR) 184,46 (0/0), 4.
Fabian Dörfler (GER/Augsburg) 185,84 (2/0), 5. Erik Pfannmöller
(GER/Halle/S.) 187,45 (0/2), 6.
Ciaran Heurteau (IRL) 188,60 (0/0), …
32. Sebastian Schubert (KR Hamm) 101,15 (4).
Herren, C1: 1. Nico Bettge (GER/Magdeburg) 193,27 (0/0), 2. Alexander Slafkovsky (SVK) 196,65 (0/0), 3. Ronnie Dürrenmatt (SUI) 198,81 (0/0), 4. Denis Gargaut-Chanut (FRA) 199,43 (2/0), 5. Christos Tsakmakis (GRE) 200,47 (0/0), 6. Zhiqiang Teng (CHN) 201,32 (0/2), 7. Sideris Tasiadis (GER/Augsburg) 202,94 (0/2), … in der Qualifikation ausgeschieden: 41. Christian Bahmann (GER/Bad Kreuznach) 279.44 (50/0).
Herren, C2: 1. Pavol Hochschorner/Peter Hochschorner (SVK) 200,08 (2/0), 2. Ladislav Skantar/Peter Skantar (SVK) 206,25 (2/0), 3. Marek Jiras/Tomas Mader (CZE) 207,27 (0/2), 4. Kay Simon/Robby Simon (GER/BSV Halle/S.) 208,50 (2/2), 5. David Schröder/Frank Henze (GER/Leipzig) 213,20 (0/0), 6. Hugo Biso/Pierre Picco (FRA) 213,84 (0/2), … 13. Marcus Becker/Stefan Henze (BSV Halle/S.) 111,17 (2).
Damen, K1: 1. Mandy Planert (GER/Leipzig) 205,34 (0/0), 2. Jingjing Li (CHN) 206,23 (0/0), 3. Gabriela Stacherova (SVK) 209,67 (0/0), 4. Nina Mozetic (SLO) 211,08 (0/0), 5. Elizabeth Neave (GBR) 213,94 (0/0), 6. Violetta Oblinger-Peters (AUT) 215,96 (2/0), … 34. Claudia Bär (Kanu Schwaben Augsburg) 164,00 (54), 35. Jasmin Schornberg (KR Hamm) 166,29 (50).
Text und Foto: Jochen A. Meyer
